Weihnachtsbaum
Weihnachtsbaumentsorgung: Die einen werfen, die anderen fackeln

Im Januar entledigt sich der Aargauer seines Weihnachtsbaums, was jetzt gekauft wird muss im Neuen Jahr wieder weichen. In den Gemeinden des Kantons haben sich hierfür viele Traditionelle Anlässe entwickelt: Die einen werfen, die anderen fackeln.

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Markus Lüscher wirft mit voller Kraft den Weihnachtsbaum in den Staffelbacher Nachthimmel hinaus. (Zofinger Tagblatt)
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Vor dem Weinahtsbaumwerfen in Staffelbach
Sogar das Schweizer Fernsehen war für den Event vor Ort
Die Unterkunft Weihnachtsbaumwerfen vor dem Volg in Sisseln
Weihnachtsbaumwerfen vor dem Volg in Sisseln
Das Weihnachtsbaumverbrennen in Eiken Foto Walter Christen Aargauer Zeitung
Weihnachtsbaumverbrennen in Kallern
Zusammensein beim Weihnachtsbaumverbrennen in Kallern
Was passiert mit dem Weihnachtsbaum

Markus Lüscher wirft mit voller Kraft den Weihnachtsbaum in den Staffelbacher Nachthimmel hinaus. (Zofinger Tagblatt)

zvg

Die Feiertage stehen vor der Tür und die Einkäufe für die Weihnachtstage sind im vollen Gange. Auch er, der Weihnachtsbaum steht auf dem Einkaufszettel, wer sich nicht schon einen in die Stube gestellt hat, tut dies spätestens jetzt. In voller Pracht erfreut er über die Feiertage die Herzen der Familien - bis er nicht mehr kann.

Ende Dezember ist auch das letzte Geschenk ausgepackt, die meisten Guezli gegessen und der Weihnachtsbaum nadelt nur noch im Wohnzimmer vor sich hin. Im Januar macht man sich Gedanken zur Entsorgung.

In Vielen Gemeinden begehen die Einwohner die Weihnachtsbaumentsorgung mit einem öffentlichen Anlass: Mal trifft sich das Dorf beim Häckseln des Weihnachtsbaums, mal beim Verbrennen und in manchen Gemeinden wird der Baum sogar geworfen.

Im Aargau fliegt der Tannenbaum

Bürger aus Gemeinden wie Bünzen, Sisseln oder Staffelbach werfen ihre Weihnachtsbäume durch die Luft, bevor sie zerhäckselt werden. In Gemeinden aus dem ganzen Kanton hat das Weihnachtsbaumwerfen oder Christbaumwerfen Tradition. Das ganze Dorf misst sich bei Glühwein und Würsten im schleudern der ehemaligen Weihnachtsdekoration.

Bernadette Lüthi, die den Anlass jeweils in Staffelbach organisiert, ist begeistert von der neuen Tradition. «Früher haben wir die Bäumchen verbrannt, aber aufgrund der Emissionen mussten wir uns etwas anderes einfallen lassen», sagt Lüthi. Ein alter Werbespot von Ikea inspirierte Lüthi und ihre Kolleginnen vom Frauenturnverein zum Werfen der Bäumchen.

«Es gibt mehrere Bahnen und mehrere Klassen in denen die Gewinner dann ausgezeichnet werden», sagt Lüthi, es gehe der Gemeinde aber nicht um den Wettkampf sondern ums Beisammensein. Am Schluss des Werfens sammelt der Förster dann die Bäumchen ein und zerhäckselt sie im Wald.

Die Ausgedienten werden verbrannt

Auch das gemeinsame Verbrennen der ausgedienten Weihnachtsbäume hat im Aargau Tradition, sogar noch mehr als das Werfen. Ebenfalls im Januar tragen Gemeinden wie Kallern die bis dahin ausgetrockneten Tännechen zusammen und stapeln sie zu einem grossen Feuer.

Konfrontiert mit dem Vorwurf, Christbaumfeuer würden grosse Mengen an Emissionen verursachen, antwortet Gemeindeammann Claudia Hoffmann-Burkart: «Ich glaube nicht, dass diese ausgedörrten Weihnachtsbäume viel Co2 freisetzen, wer einen Christbaum schon mal brennen sehen hat, kann das sicher bestätigen», trotzdem werde sie viel danach gefragt.

Die Tradition werde sich in Kallern aber so schnell nicht ändern, erzählt Hoffmann-Burkart, die Gespräche die bei einem so gemütlichen Zusammensein entstehen seinen ihr viel wert. (kgh)

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