Berikon

Wegen Sozialhilfebezüger treten erste Gemeinden aus Sozialhilfe-Fachverband aus

Rosmarie Groux, Beriker Sozialvorsteherin, hat nichts mehr zu lachen: sie wird fast täglich mit anonymer Paketpost belästigt.

Rosmarie Groux, Beriker Sozialvorsteherin, hat nichts mehr zu lachen: sie wird fast täglich mit anonymer Paketpost belästigt.

Der Sozialhilfebezüger von Berikon sorgt schon wieder für Schlagzeilen. Jetzt nicht mehr aktiv, aber der Entscheid des Bundesgerichts hat Folgen: So treten erste Gemeinden aus dem Fachverband für Sozialhilfe aus.

Der Fall des renitenten Sozialhilfebezügers (23) aus Berikon sorgte schweizweit für Aufsehen. Vor dem Bundesgericht erstritt sich der junge Mann rückwirkend Sozialhilfegelder, die ihm die Gemeinde wegen mangelnder Kooperation gestrichen hatte.

Jetzt zieht der Fall weitere Kreise. Aus Protest gegen die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe SKOS haben erste Gemeinden ihren Austritt aus dem Fachverband gegeben. Das berichtet der «SonntagsBlick».

Grund ist eine Aussage von SKOS-Präsident Walter Schmid, der die Haltung des Bundesgerichts für richtig hält. «Auch schwierige Menschen haben Anrecht auf Sozialhilfe», sagte Schmid.

Im Aargau hat der Kantonale Sozialdienst den Handlungsbedarf erkannt und organisiert im Juni eine Fachtagung für Gemeinden zum Thema «Umgang mit renitenten Sozialhilfebezügern».

Und die Beriker Sozialvorsteherin Rosmarie Groux hat diese Woche Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Grund: Seit der Fall des Sozialhilfebezügers bekannt wurde, wird sie fast täglich mit anonymer Paketpost belästigt. (ahu)

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