Der Grosse Rat hat die von der Regierung beantragte durchschnittliche prozentuale Erhöhung der Löhne um 0,5 Prozent abgelehnt und 0,0 Prozent beschlossen.

Ein aufmerksamer Leser weist die az darauf hin, dieser Beschluss führe in Bereichen mit Personalwachstum, wie etwa der Justiz, letztlich doch zu Lohnsenkungen, da die Lohnsumme auf mehr Köpfe verteilt werden müsse.

Pascal Scholl, Leiter der Abteilung Personal und Organisation beim Kanton, kann dies allerdings nicht bestätigen.

Abgesehen von der Polizei gebe es aufgrund des Personalstopps nicht mehr Angestellte. Die Löhne würden aber ohnehin aufgrund der Lohntabelle vergeben. Scholl: «Der Lohn bleibt gleich.»

APK-Revision kostet 0,2 Prozent

Die Staatsangestellten spüren aber die vom Grossen Rat im Rahmen der APK-Revision beschlossene Erhöhung des Sparbeitrages, zu dem sie 0,2 Prozent beitragen. So haben alle Mitarbeitenden gegenüber dem Nettolohn 2013 im Jahr 2014 diese 0,2 Prozent weniger auf dem Konto.

Der Bruttolohn bleibt gleich, der Nettolohn sinkt aber. Laut Scholl empfindet ein Teil der Mitarbeitenden respektive Lehrpersonen dies als Lohnkürzung. Für das Verwaltungspersonal bedeutet die Nullrunde laut Scholl, dass der Bruttolohn 2014 gleich bleibt wie 2013.

Etwas anders ist die Situation bei den Lehrpersonen. Ihre Löhne werden aufgrund einer zwischen dem 24. und 61. Altersjahr jährlich ansteigenden Lohntabelle festgelegt.

Ein Beispiel: Eine 36-jährige Primarlehrperson erhält 2013 brutto 99 754 Franken. Laut Lohntabelle müsste er für die inzwischen 37-jährige 101 173 Franken betragen. Als Folge des Grossrats-Lohnbeschlusses bleibt es aber dieses Jahr beim Lohn von 2013.

Differenz etwa 2000 Franken/Jahr

Eine 36-jährige Primarlehrperson, die 2014 eine neue Anstellung im Kanton vereinbart, wird indes nur einen Lohn von 98 334 Franken erhalten.

Scholl: «Wegen der Null-Prozent-Runde wird die Lohntabelle nicht nachgeführt, das heisst der Lohn für das Alter 35 wird in der Tabelle nicht erhöht.»

Manfred Dubach, Geschäftsführer des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes alv bestätigt, dass die Lehrkräfte die Verschiebung der vom System gewollten jährlichen Lohnsteigerung natürlich realisieren. 

Bei einer Erhöhung um 0,5 Prozent und den Mehrkosten durch die Beitragserhöhung bei der Pensionskasse hätten sie laut Dubach 2014 bezogen auf den Bruttolohn übers Jahr gerechnet durchschnittlich etwa 1400 Franken weniger in der Lohntüte gehabt.

Zusammen mit der APK-Revision und der Nullrunde trifft es jeden einzelnen nun mit etwa 2000 Franken pro Jahr.

Die Konsequenz aus dem Grossrats-Lohnbeschluss ist laut Dubach, «dass die Verzerrungen in der Lohnkurve weiter zunehmen». So werde die «Systempflege verunmöglicht». (MKU)

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