Krähen haben den Aargauer Bauern im vergangenen Jahr rund 300'000 Franken «weggefressen». Die Rabenvögel bedienen sich auf den Feldern, fressen Setzlinge und zerpflücken Salate.

In einem Pilotprojekt in Muri und Birmenstorf wurden deshalb in Absprache mit der Landwirtschaft Jäger speziell auf den Abschuss von Krähen geschult. Dabei werden die Vögel mit Attrappen von Artgenossen auf gefährdete Felder gelockt, und dort mit der Schrotflinte erlegt.

Der Verein Wildtierschutz Schweiz kritisierte das Projekt als «skandalös». Nun doppeln die Tierschützer nach und fordern in einem offenen Brief die Grossverteiler auf, Aargauer Gemüseproduzenten zu boykottieren. «Wir als Konsumenten möchten naturverträgliche, nachhaltige und tierfreundliche Produktion und kein blutverschmiertes
Gemüse von Singvögeln auf unseren Tellern», schreiben sie darin.

Darüber hinaus hat der Verein eine Online-Petition gegen den Krähenabschuss im Aargau lanciert. Die Rabenkrähenjagd sei «weder fachlich, juristisch noch ethisch-moralisch zu rechtfertigen». Der Abschuss bringe nichts, weil die frei gewordenen Reviere sofort neu bestzt würden. Die Petition wird bisher von rund 1400 Personen untersützt.

Das Pilotprojekt in Muri und Birmenstorf läuft noch bis Ende Jahr und wird anschliessend ausgewertet. Das Jagdgebiet soll aber auf weitere Regionen ausgedehnt werden.