Kölliken
Wegen kantonalen Massnahmen: Über Schulthemen bestimmt die Gmeind erst provisorisch

Betreffend Schulraum und Blockzeiten kann nur kurzfristig geplant werden – unter anderem wegen kantonaler Massnahmen.

Flurina Dünki
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Gemeinderat Andreas von Gunten und Schulpflege-Präsidentin Petra Bitterli.

Gemeinderat Andreas von Gunten und Schulpflege-Präsidentin Petra Bitterli.

Flurina Dünki

Schulthemen sind an der Kölliker Gemeindeversammlung diesen Freitag prominent vertreten. Zum Ersten geht es um einen Kredit von 75 000 Franken für die Einrichtung eines provisorischen Kindergartenzimmers im obersten Stock des Gemeindehauses.

Ab diesem Sommer zählt Kölliken rund 110 Kindergartenkinder, da reichen die bestehenden vier Abteilungen nicht mehr aus. Zum Zweiten wird den Stimmbürgern beantragt, das Blockzeiten-Modell für weitere vier Jahre zu genehmigen.

Aus beiden Geschäften ist zu lesen, dass die Gemeinde hinsichtlich Schulthemen nicht auf lange Frist hinaus planen will. Es sei nicht sinnvoll, jetzt Räume spezifisch für Kindergartenklassen zu bauen, da diese vielleicht in zwei Jahren wieder leer stünden, sagt Gemeinderat Andreas von Gunten (SP), der das Ressort Bildung innehat.

Zahl der Kinder schwankend

Die Kölliker Bevölkerungsstatistik deutet darauf hin, dass in zwei Jahren bereits wieder weniger Kinder in den Kindergarten kommen. Wie der Gemeinderat kürzlich mitteilte, beobachten Gemeinderat und Schulpflege die Entwicklung intensiv und lassen die Resultate in die Schulraumplanung einfliessen. «Zwar wächst Kölliken mit 50 bis 100 zusätzlichen Einwohnern pro Jahr relativ konstant. Wie die Bevölkerung sich genau entwickelt, können wir aber nie wissen», sagt von Gunten.

Hinzu kommen Massnahmen des Kantons, die Auswirkungen auf das Schulwesen in den Gemeinden haben. Die nächsten Änderungen stehen mit dem Lehrplan 21 schon vor der Tür. Beide Faktoren, Anzahl Schulkinder und mögliche Reformauswirkungen, würden von einer Gemeinde flexible Lösungen erfordern, sagt der Gemeinderat.

Hinsichtlich Schulraumplanung heisst das, Räume zu bauen, die je nach Bedarf Kindergartenzimmer, oder Unterrichtsraum für die Schule sein können. Im Gespräch ist ein Auf- oder Anbau beim Schulhaus Farbweg. Gemeinderat und Schulpflege würden derzeit den konkreten Bedarf abklären, sagt von Gunten. Sei dieser ermittelt, würde ein Projekt erarbeitet. Ein konkreter Zeitplan existiere noch nicht, «das Thema geniesst aber hohe Priorität und ist auch im Finanzplan der Gemeinde eingestellt», so von Gunten.

Flexibilität ist gemäss Schulpflegepräsidentin Petra Bitterli auch hinsichtlich des Blockzeiten-Modells für die Primarschule gefragt. Dieses wurde 2008 erstmals befristet eingeführt und seither regelmässig verlängert. Am Freitag soll die Kölliker Gmeind die Blockzeiten abermals bis Ende Schuljahr 2022/23 verlängern.

Die jährlich wiederkehrenden Kosten von 80 000 Franken sind bereits im Budget 2018 eingestellt. «Das Geld wird benützt, um einen pädagogischen Mehrwert zu schaffen» sagt Bitterli. So seien in gewissen Lektionen zwei Lehrpersonen anwesend, die mit einzelnen Schülern oder Kleingruppen arbeiteten.

Weshalb erfolgt aber keine definitive Einführung? «An der Zustimmung der Bevölkerung liegt es nicht», sagt Bitterli. Der Bedarf nach Stundenplänen mit geregelten Schulzeiten für alle Kinder erfülle das Bedürfnis der heutigen Gesellschaft. Das Problem sei die finanzielle Seite: Man plane lieber vorsichtig, anstatt die jährlich wiederkehrenden Kosten an ein Blockzeiten-System zu binden, das durch kantonale Anpassungen wieder obsolet werden könnte.

Denn kantonale Bildungsmassnahmen wie demnächst der Lehrplan 21 oder die neue Ressourcierung (Zuteilung der Lehrpersonen) könnten Auswirkungen auf das aktuelle Blockzeiten-Modell haben. Beide, der Gemeinderat und die Schulpflegepräsidentin hoffen, dass an der Gmeind in vier Jahren das Blockzeiten-System definitiv eingeführt werden kann.

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