Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach

Wegen Fluchthilfe: Mutter von Aargauer Mörder Kris V. zu bedingter Geldstrafe verurteilt

Kris V. brach aus der Psychiatrischen Klinik in Königsfelden (Windisch AG) aus.

Kris V. brach aus der Psychiatrischen Klinik in Königsfelden (Windisch AG) aus.

Die Mutter von Kris V. wurde von der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach verurteilt: Sie hat ihrem Sohn Ende Mai 2016 geholfen, aus der Psychiatrischen Klinik Königsfelden zu fliehen.

Die Mutter erhielt eine bedingte Geldstrafe von 70 Tagessätzen sowie einer Busse von 600 Franken. Der Strafbefehl ist rechtskräftig, wie die Oberstaatsanwaltschaft in einer Medienmitteilung schreibt.

Mutter von Boi-Mörder Kris V. verurteilt

Mutter von Boi-Mörder Kris V. verurteilt

Weil sie ihrem Sohn letzten Frühling bei der Flucht aus der psychiatrischen Anstalt Königsfelden half, gibt es jetzt nur eine milde Geldstrafe.

Kris V. (22) hatte 2009 ein Tötungsdelikt begangen und wurde wegen Mord verurteilt. Später kam er zur fürsorgerischen Unterbringung in die Psychiatrische Klinik in Königsfelden/Windisch. In der Nacht auf den 28. Mai 2016 konnte er aus der geschlossenen Abteilung der Psychiatrischen Klinik fliehen. Dabei durchtrennte er am Balkon ein Sicherheitsnetz. Wenige Tage später wurde er im süddeutschen Raum verhaftet und an die Schweiz ausgeliefert.

Seitenschneider und Nylonseil

Ermittlungen haben laut Staatsanwaltschaft nun gezeigt, dass Gegenstände, welche die Mutter gekauft hatte, ein Seitenschneider und ein Nylonseil, von V. verwendet wurden, um zu fliehen.

Sie erwarb die Gegenstände am 27. Mai 2016 und deponierte sie am Mittag auf dem Gelände der Klinik. Unklar ist noch, wer die Gegenstände vom Gelände in das Gebäude der Klink brachte.

Nach der Flucht fuhr sie ihren Sohn zudem an die Schweizer Grenze. Nun liegt ein Strafbefehl gegen sie wegen Befreiung eines Gefangenen vor. Dieser ist mittlerweile rechtskräftig.

Noch hängig ist das Strafverfahren gegen Kris V. wegen Sachbeschädigung. Er ist momentan im Rahmen der fürsorgerischen Unterbringung in der JVA Lenzburg untergebrachtDagegen hatte der 22-jährige Mörder beim Aargauer Verwaltungsgericht eine Beschwerde eingereicht – allerdings vergeblich. In der Begründung hiess es, aus der schweren, noch unbehandelten Persönlichkeitsstörung von Kris V. resultiere eine "Gefahr für Dritte". 

Mädchen mit Holzscheit erschlagen

Der Aargauer hatte 2009 als Minderjähriger in Sessa TI eine 17-jährige Vietnamesin mit einem Holzscheit erschlagen. Das Jugendgericht Baden verurteilte ihn 2013 wegen Mordes zur Höchststrafe im Jugendrecht. Er wurde zu einem Freiheitsentzug von vier Jahren und zu einer geschlossenen Unterbringung verurteilt.

Weil die jugendstrafrechtlichen Massnahmen jedoch bis zum Erreichen des 22. Altersjahres befristet sind, wurde der Mann im Frühling 2015 auf Antrag der Jugendanwaltschaft fürsorgerisch untergebracht. (hug/pz)

Ermittlung gegen Mutter von Kris V.

Ermittlung gegen Mutter von Kris V. (Juli 2016)

Ende Mai flüchtete der Mörder aus der Klinik Königsfelden und wurde in Deutschland gefasst. Nun ist bekannt, dass seine Mutter ihm zur Flucht verhalf.

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