Bildung
Wegen Fachkräftemangel: Inhaber mit Eidgenössischem Fähigkeitsausweis sollen weiterhin studieren können

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, war es Inhabern des Eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses in den Jahren 2014 bis 2016 möglich, mit einer Aufnahmeprüfung an Fachhochschulen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich zu studieren. Der Regierungsrat möchte dies beibehalten.

Nadine Bunde
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EFZ-Inhaber sollen weiterhin die Möglichkeit zum Studieren haben. (Themenbild) az-Archiv

EFZ-Inhaber sollen weiterhin die Möglichkeit zum Studieren haben. (Themenbild) az-Archiv

Limmattaler Zeitung

Studien-interessierte mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) konnten seit 2014 mit einer Aufnahmeprüfung an Fachhochschulen im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) studieren. Diese Massnahme wurde vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Kultur mit der Begründung des MINT-Fachkräftemangels für drei Jahre bewilligt.

Mit einer Interpellation erkundigten sich Mitglieder des Grossen Rats, ob diese Massnahme nun aufgrund von Sparmassnahmen wegfallen würde. Die Antwort des Regierungsrates war eindeutig: Nein, soll sie nicht. Der Regierungsrat sieht darin ein "effizientes und wirkungsvolles Instrument, welches die Durchlässigkeit im Bildungssystem fördert und einen Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels leistet".

Ältere, praxiserfahrene Studierende sind eine Bereicherung

Der Regierungsrat betont, dass ältere Studierende keine Mehrkosten verursachen würden. Die Ausbildungskosten seien vom Alter unabhängig. Ältere Studenten sind beispielsweise an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in den Teilzeitstudiengängen häufiger anzutreffen. Tatsächlich würden Studierende, die mehr Praxiserfahrung mitbringen als diejenigen, die unmittelbar nach der Lehre das Studium begonnen hätten, im Arbeitsmarkt eine Bereicherung darstellen. In einer Studie stellte die Fachhochschule Nordwestschweiz ausserdem fest, dass die Studienerfolgsquote derjenigen Personen, die die Zulassung zum Studium über eine Aufnahmeprüfung erlangt haben, höher ist als diejenige der Personengruppe mit Zulassung aufgrund der Berufsmaturität.

Wegfall der Aufnahmeprüfung für EFZ-Inhaber fördert Fachkräftemangel

Der Regierungsrat ist sich mit den Interpellanten einig, dass der Wegfall der Massnahme den Fachkräftemangel im MINT-Bereich fördern würde. An der Pädagogischen Hochschule FHNW beispielsweise habe man positive Erfahrungen mit sogenannten "Quereinsteigern" sammeln können.

Die Interpellanten wollten vom Regierungsrat ausserdem wissen, was er gegen den Fachkräftemangel zu unternehmen gedenke. Die Antwort: Der Regierungsrat möchte sich auf gesamtschweizerischer Ebene dafür einsetzen, dass die Möglichkeit einer Aufnahmeprüfung für EFZ-Inhaber an den Fachhochschulen bestehen bleibt. Denn ohne diese Massnahme könne vorhandenes Potenzial zukünftiger Fachkräfte nicht mehr genutzt werden.

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