Brandgefahr

Wegen der Hitze brannten im Aargau Autos – kann Regen die Situation entschärfen?

Im Aargau brannten mehrere Fahrzeuge infolge der Hitze. Der Kanton entscheidet am Montag, ob er ein bedingtes Feuerverbot vorschreibt. Unterdessen ist Vorsicht geboten – Polizei warnt zum Beispiel vor Gasgrills aus Deutschland.

Mehrere Bandmeldungen erreichten die Aargauer Notfalldienste. Die Feuerwehr und die Polizei mussten mehrfach ausrücken, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

In Sins brannte ein Fahrzeug auf einem frisch gemähten Feld. Laut der bei der Polizei eingegangenen Meldung sei auch das Weizenfeld in Brand geraten. Vor Ort konnte die Feuerwehr den Brand rasch löschen. 

Wie sich herausstellte, entflammte das abgeschnittene ausgetrocknete Korn aufgrund der grossen Hitze des Autos, das auf dem Feld abgestellt worden war.  Es entstand einen Sachschaden von insgesamt 2'500 Franken. 

Die Feuerwehr im Einsatz in Sins.

Die Feuerwehr im Einsatz in Sins.

Weiter brannte in Muri ein Auto bei der Raiffeisenbank auf einem Parkplatz. Der Schwelbrand soll durch einen technischen Defekt verursacht worden sein. Der Sachschaden betrug 7'000 Franken. 

Das Fahrzeug war auf einem Parkplatz abgestellt, als es zu brennen anfing.

Das Fahrzeug war auf einem Parkplatz abgestellt, als es zu brennen anfing. 

In Oberentfelden entstand beim Erstellen von Strohrundballen ein dritter Brand. Es kam beim Pressvorgang zu einem Funkenschlag, worauf das Stroh entflammte.

Ein Funkenschlag entflammte das sehr trockene Stroh.

Ein Funkenschlag entflammte das sehr trockene Stroh.

Rund um den Kanton kam es diese Woche ebenfalls zu mehreren Bränden: am Sonntagabend verhinderte die Feuerwehr in Niedergösgen (SO) einen Grossbrand. Am Freitag brannte ein Steilhang in Murg, Deutschland, nahe der Grenze. Am gleichen Tag geriet in Laufen BL ein grösseres Stoppelfeld in Brand. Die Kosten dürften sich auf 3'200 summieren. 

Gemeinden erliessen erste Feuerverbote

Am Donnerstag wurde die Waldbrand-Gefahrenstufe im Kanton auf 3 angehoben (die AZ berichtete). Der kantonale Führungsstab mahnt, beim Feuern im Freien äusserst vorsichtig zu sein. Viele Gemeinden im Uerken- und Suhrental zeigten sich noch vorsichtiger: Sie haben sich für ein absolutes Feuerverbot entschieden.

Auch 22 Gemeinden des Bezirks Zurzach und die Gemeinde Schwaderloch haben auf ihren jeweiligen Gemeindegebieten ein bedingtes Feuerverbot erlassen (Stufe 4 von 5). «Im Zurzibiet ist in den vergangenen Wochen gegenüber den anderen Aargauer Regionen wesentlich weniger Niederschlag gefallen», informieren die Behörden, «daher gilt die Gefahrenstufe 4 für Waldbrände, diese entspricht einer grossen Waldbrandgefahr.»

Regen am Wochenende: Wird es reichen? 

Ab Freitagabend sind Gewitter prognostiziert. Damit soll die aktuelle Hitzewelle beendet sein. Die Nachrichtenagentur sda schreibt, dass die Niederschläge die Brandgefahr in der Schweiz vermindern könnten. Ob das auf den Aargau zutrifft, beurteilt der kantonale Führungsstab am Montag. Sollte die Trockenheit jedoch anhalten, dürfte er ein bedingtes Feuerverbot aussprechen. Mit einem absoluten Verbot auf den 1. August wie vor einem Jahr sei derzeit indes nicht zu rechnen.

Doch niemand weiss genau, wie sich die Lage entwickeln wird. Am Donnerstag warnte Andreas Walder vom Regionalen Führungsstab des Bezirks Zurzach: «Bloss einige Millimeter Niederschlag werden nicht ausreichen, um die Lage zu entspannen.»

Marcel Muri vom Kantonsförsteramt Aargau sagt, dass die Wetterlage instabil sei. Gewitter sind windabhängig und daher sehr unberechenbar.  «Am Donnerstag regnete es in Frutigen im Kanton Bern 60 Millimeter. Damit hatte niemand gerechnet.» Daher wagt niemand vom Kanton eine Prognose. Beim aargauischen Amt für Militär und Bevölkerungsschutz heisst es bloss: «Wir können nur auf Regen hoffen.»

Auch die sda schreibt, dass bei Meteoschweiz ein grosses Fragezeichen betreffend des Wochenendes und der kommenden Woche bestehe. Marcel Muri vom Kantonsförsteramt Aargau sagt: «Geht man regelmässig auf die Webseite von Meteoschweiz, merkt man, dass die Prognosen von Stunde zu Stunde stark voneinander abweichen.»

Die Kantonspolizei Aargau warnt unterdessen vor fahrlässigem Umgang mit Feuer. «Unfälle können passieren. Aber mit gesundem Menschenverstand kann man vieles vermeiden», sagt Mediensprecher Bernhard Graser. Er warnt zum Beispiel vor Gasgrills aus dem Ausland, die mit Schweizer Gasflaschen nicht kompatibel seien und dementsprechend undicht. Weitere Tipps finden Sie hier unten: 

Wie man sorgfältig mit Feuer umgeht

  • Sich über die lokale Gefahrensituation informieren, wenn man im Freien ein Feuer
    machen will.
  • Feuerverbote unbedingt einhalten.
  • Brennende Zigaretten und Zündhölzer nie wegwerfen.
  • Feuer nur in fest eingerichteten Feuerstellen entfachen.
  • Feuer jederzeit unter Kontrolle halten.
  • Funkenwurf sofort löschen.
  • Feuer vor dem Verlassen der Feuerstelle vollständig löschen.
  • Bei starkem oder böigen Wind auf Feuer verzichten.
  • Kein Waldrestholz nach einer Schlagräumung verbrennen.
  • Das Steigenlassen von Himmelslaternen ist grundsätzlich verboten.
  • Grill-/Feuerstellen und deren Umgebung nur im absolut gelöschten Zustand verlassen.

(jod)

Die Waldbrandgefahrenstufen

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