Abgesagt

Wegen der Corona-Krise: Hilfskonvoi aus dem Aargau in die Ukraine wird verschoben

Marianne Piffaretti, Präsidentin des Vereins Help-Point Sumy, bedauert die Absage des Hilfskonvois.

Marianne Piffaretti, Präsidentin des Vereins Help-Point Sumy, bedauert die Absage des Hilfskonvois.

Der Verein Help-Point Sumy mit Sitz in Wohlen und Materiallager in Rekingen verschiebt den für Ende April geplanten humanitären Transport in die Ukraine. Die aktuelle Ausbreitung des Corona-Virus lässt eine Durchführung des Konvois nicht zu, zudem wurden mehrere Grenzübergänge in die Ukraine geschlossen.

Eigentlich sollten am 25. April acht voll beladene Camions mit Dutzenden von Tonnen Hilfsgütern aus dem Aargau in die Ukraine fahren. Mit dem Konvoi sollten unter anderem Betten und medizinische Ausrüstung für Spitäler und Heime, Möbel für Schulen und Kindergärten, sowie Material für Feuerwehr und Rettungsdienste nach Sumy transportiert werden. Doch die Corona-Krise mit der rasant steigenden Zahl von Infizierten in Europa, den massiven Einschränkungen für Reisende und der unsicheren Entwicklung der Epidemie machen den Konvoi unmöglich.

„Wir haben uns nach reiflicher Überlegung und Diskussion im Vorstand entschieden, den Konvoi im Frühling abzusagen und in den Herbst zu verschieben“, sagt Marianne Piffaretti, die Präsidentin des Vereins Help-Point Sumy. Angesichts der raschen Ausbreitung des Corona-Virus sei nicht absehbar, wie sich die Situation Ende April präsentiere. „Es könnte passieren, dass der Konvoi nicht mehr weiterfahren kann, weil kurzfristig eine Grenze geschlossen wird – die Unsicherheiten sind einfach zu gross“, sagt Piffaretti. Sowohl die Schweizer Botschaft in Kiew, als auch die ukrainischen Behörden in Sumy hätten den Entscheid als richtig und nötig beurteilt. 

Bereits ein Corona-Todesfall in Sumy - Spitäler, Heime und Schulen isoliert

„Schon jetzt sind mehrere Grenzübergänge in der Ukraine geschlossen worden, die Mobilität ist massiv eingeschränkt“, berichtet Piffaretti. In Sumy, dem Zielort des Konvois, seien Schulen, Heime, Spitäler und öffentliche Gebäude isoliert, es gebe bereits einen ersten Todesfall und etliche Corona-Infizierte. Zudem werde die Ukraine ab Montag, 16. März die Grenzen für Ausländer schliessen.

Markus Rehsteiner, Arzt und Vizepräsident des Vereins, weist auf die medizinischen Gründe für die Verschiebung hin. „Einerseits haben wir mehrere Fahrer, die älter sind und damit zur Risikogruppe gehören, andererseits ist das Gesundheitssystem in der Ukraine bei weitem nicht auf westeuropäischem Stand.“ So wäre es kaum möglich, dass ein Konvoifahrer, der schwer am Corona-Virus erkranken würde, in einem ukrainischen Spital die nötige Intensivpflege erhielte. „Es besteht auch das Risiko, dass bei einem Krankheitsfall eine Quarantäne verhängt würde und gleich mehrere Chauffeure tagelang ausfallen würden“, ergänzt Rehsteiner.

Aus diesen Gründen wäre es für den Vereinsvorstand nicht zu verantworten, den Hilfskonvoi im April durchzuführen. „Wir hoffen, dass die Situation mit dem Corona- Virus sich in den nächsten Monaten verbessert und wir im Herbst in die Ukraine fahren können“, sagt Marianne Piffaretti. Es sei zwar bedauerlich, dass die humanitären Hilfsgüter nicht im April nach Sumy gebracht werden könnten, unter den aktuellen Umständen sei die Verschiebung aber der einzig richtige Entscheid.

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