Politik

Wegen Coronavirus-Homeoffice: So lief die erste Aargauer Regierungssitzung via Skype

Die Infektion von Urs Hofmann und Markus Dieth hat Auswirkungen auf die Regierungstätigkeit. Der Regierungsrat führte seine Sitzung am Mittwochvormittag als Telefonkonferenz durch.

Nachdem Regierungsrat Urs Hofmann, Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres, zu Wochenbeginn positiv auf das Coronavirus getestet wurde, ist auch Landammann Markus Dieth, Vorsteher des Departements Finanzen und Ressourcen, positiv getestet worden. Er befindet sich ab sofort zuhause in Selbstisolation. Positiv getestet wurde vorgestern ebenfalls Regierungssprecher Peter Buri. Auch er befindet sich zuhause in Selbstisolation. Es geht ihnen gesundheitlich den Umständen entsprechend gut, wie die Regierung in einem Communiqué mitteilte.

Landstatthalter Stephan Attiger sowie die Regierungsräte Alex Hürzeler und Jean-Pierre Gallati arbeiten teilweise von zuhause aus im Homeoffice oder dann vor Ort «unter strikter Einhaltung der Verhaltensempfehlungen des Kantonsärztlichen Dienstes sowie des Bundesamts für Gesundheit», wie Staatsschreiberin Vincenza Trivigno auf Nachfrage unterstreicht.

«Test bringt nur etwas, wenn man Symptome hat»

Die Regierungstätigkeit wird auf digitalem Weg aufrechterhalten. Der Regierungsrat führte seine Sitzung am Mittwochvormittag als Telefonkonferenz durch. Sie fand in Vollbesetzung unter Leitung von Landammann Markus Dieth statt. Die entsprechende Infrastruktur für die digitale Durchführung von Regierungssitzungen beziehungsweise die Aufrechterhaltung der Regierungsgeschäftsführung sei vor ein paar Wochen aufgebaut und nun aktiviert worden, sagt die Staatsschreiberin, die selbst auch im Homeoffice tätig ist. Sie selbst hat sich noch nicht testen lassen: «Das macht auch keinen Sinn, wenn man keine Symptome hat. Lässt man sich testen, wenn man keine Symptome hat, kann es ein falsches Ergebnis bringen. Wer das Virus hat, kann aber trotzdem schon zwei Tage, bevor man Symptome hat, ansteckend sein.»

Die Verbindung für die digitale Regierungssitzung wurde via Skype hergestellt, man habe so auch gut Präsentationen zeigen können, sagt Vincenza Trivigno. Besteht nicht das Risiko, dass alle durcheinanderreden? Nein, sagt die Staatsschreiberin: «Die Reihenfolge ist zum Voraus festgelegt. Alle haben sich sehr diszipliniert daran gehalten.» Demnach spricht als erster der Landammann zu einem Geschäft, dann der Landstatthalter, dann die Regierungsräte nach Dienstalter. Sie staune, wie gut, dieses digitale Meeting funktioniere, sagt Trivigno. Vor der Coronakrise hätte man kaum geglaubt, dass diese Umstellung und diejenige auf möglichst viel Homeoffice so gut geht. Derzeit sei die IT-Abteilung des Kantons mit Hochdruck dran, externe Zugänge weiter auszubauen. Dem Kanton komme jetzt zugut, dass er mit dem Projekt Smart Aargau schon früh massiv in die Digitalisierung eingestiegen ist.

Aber was macht die Regierung, falls der Bund wieder zu einer Regierungskonferenz ruft, wer geht dann nach Bern? «Wir gehen davon aus», antwortet die Staatsschreiberin, dass es in absehbarer Zeit keine solchen physischen Konferenzen mehr geben wird. Wenn doch, würden wir Stephan Attiger, oder Alex Hürzeler oder Jean-Pierre Gallati schicken.»

Regierung tagt auch in den Frühlingsferien

Anstelle von Landammann Markus Dieth gab Landstatthalter Stephan Attiger telefonisch Auskunft zur ersten Regierungssitzung unter derart aussergewöhnlichen Umständen. Der wöchentliche Sitzungsrhythmus werde aufrechterhalten, betont er. Wenn zwischendurch etwas dringend entschieden werde müsse, mache man das natürlich. Zusätzlich finden jetzt auch in den zweiwöchigen Frühlingsferien zwei Regierungssitzungen statt – natürlich auch wieder digital. Stephan Attiger selbst arbeitete am Mittwoch vom Homeoffice aus, muss aber immer wieder für Termine doch nach Aarau: «Allerdings weiss ich an keinem Tag, wie mein Terminplan am nächsten Tag aussieht. Laufend kommen neue Termine dazu, werden andere abgesagt. Wir müssen flexibel sein, und arbeiten weiter, wie die Wirtschaft auch.»

Wenn Attiger im Homeoffice arbeitet, findet frühmorgens eine Skype-Konferenz mit seinen engsten Mitarbeitenden statt. Personen mit Risikofaktoren arbeiten aber so oder so von zuhause aus, betont Attiger.

In seinem Departement Bau Verkehr und Umwelt (BVU) funktioniere der Übergang zum Homeoffice recht gut, weil bisher schon viele Mitarbeitenden ein Laptop hatten. Auch sonst findet der Austausch jetzt mehrheitlich digital statt. Beim Arbeiten im Büro wird darauf geachtet, dass sich Vorgesetzte nicht im gleichen Raum mit ihren Stellvertretenden aufhalten. Anfangs habe es noch Lizenzfragen zu klären gegeben, das laufe aber mittlerweile: «Wir haben schnell reagiert und alle haben sich gut auf die neue Situation eingestellt.»

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