Pflege
Wegen Corona: Spitex-Mitarbeiter immer mit Maske – Arzt rät zu Patientenverfügung

Das Corona-Virus löst sowohl bei Patienten als auch bei Spitex-Mitarbeiterinnen Ängste aus. Die Spitex-Präsidentin rechnet damit, dass Todesfälle und Palliativ-Bedürfnisse steigen werden.

Fabian Hägler
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Die Corona-Pandemie löst sowohl bei den Patienten als auch bei Spitex- Mitarbeiterinnen gewisse Ängste aus.

Die Corona-Pandemie löst sowohl bei den Patienten als auch bei Spitex- Mitarbeiterinnen gewisse Ängste aus.

Urs Bucher

Besonders gefährdet durch das Corona-Virus sind Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen. Gerade diese Bevölkerungsgruppen werden oft durch die Spitex zu Hause betreut und gepflegt. Rebekka Hansmann, Präsidentin des Spitex-Verbandes Aargau, sagte an der Medienkonferenz am Freitag, die Corona-Pandemie löse sowohl bei den Patienten als auch bei Spitex-Mitarbeiterinnen gewisse Ängste aus.

Die Spitex-Organisationen im Aargau bereiteten sich seit drei Wochen auf den Umgang mit dieser Situation vor, sagte Hansmann. «Konkret haben wir diese Woche empfohlen, dass alle Spitex-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer Mundschutz tragen, wenn sie zu Pflegeeinsätzen gehen.» Das wünschten sich viele ältere Personen, die Angst der Senioren sei gross, dass sie durch die Spitex-Pflegerin mit dem Corona- Virus angesteckt werden könnten. Mit den Masken schütze sich auch das Personal, betonte Rebekka Hansmann.

Die Spitex-Präsidentin rechnet auch damit, dass in den kommenden Tagen und Wochen mehr ältere Personen zu Hause sterben werden. «Es wird Menschen geben, die nicht mehr ins Spital wollen oder nicht mehr ins Spital dürfen», sagte sie. Dies vor dem Hintergrund, dass die Überlebenschance von älteren, vorerkrankten Personen bei einer Corona-Infektion sehr gering sei und die Intensiv-Pflegeplätze in den Spitälern bei einer massiven Krankheitswelle für Personen mit besseren Heilungsaussichten reserviert werden müssten (siehe Artikel oben). Für solche Situationen sei der Spitex-Verband mit fünf Palliativ-Zentren gut aufgestellt, sagte Hansmann.

Laut Jürg Lareida, Präsident des kantonalen Ärzteverbandes, ist es für jeden Arzt eine Herausforderung, mit Menschen im letzten Lebensabschnitt umzugehen. «Es ist wichtig, dass wir wissen, was eine betagte oder kranke Person will, was sie vom Leben noch erwartet», erklärte er. Wenn eine Patientenverfügung vorliege, in der stehe, welche Behandlungen jemand wolle, sei die Situation für den Arzt einfacher. «Wenn die Ressourcen knapp sind, muss der behandelnde Arzt mit dem Patienten entscheiden, welche medizinischen Massnahmen noch ergriffen werden sollen», sagte Lareida. Das sei belastend und schwierig, zumal auch die Angehörigen in die Gespräche einbezogen würden. Der Ärzte-Präsident geht davon aus, dass ein beträchtlicher Teil der älteren Patienten den Palliativ- Weg beschreiten, sich also entscheiden wird, keine medizinischen Behandlungen mit geringen Chancen zu beanspruchen. «Dann sind wir gefordert, dafür zu sorgen, dass ein würdiges Sterben zu Hause möglich ist», sagte er.