Häusliche Gewalt
Was erleben geschlagene Männer im Umgang mit Polizei und Behörde?

Der Leiter des Männerhauses klagt das Verhalten von Behörden gegenüber Männern an, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Grossrat Roland Basler (BDP) reicht zu diesem Thema am Dienstag eine Interpellation ein.

Aline Wüst
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Bei häuslicher Gewalt denkt man an Männer, die ihre Frauen schlagen – der umgekehrte Fall ist aber auch möglich.

Bei häuslicher Gewalt denkt man an Männer, die ihre Frauen schlagen – der umgekehrte Fall ist aber auch möglich.

KEYSTONE

Roland Basler (BDP) will in seiner Interpellation wissen, wie die Polizei mit häuslicher Gewalt umgeht und wie sie im Umgang mit solchen Fällen ausgebildet wurde. Basler stellt dabei auch die Frage, wie die Polizei mit männlichen Opfern von häuslicher Gewalt umgeht.

Er schreibt in seiner Interpellation: «Leider hört man immer wieder Aussagen von betroffenen Männern, dass sie bei einer Eskalation nicht darauf hingewiesen werden, dass es eine Institution für gewaltbetroffene Männer gibt.»

Wer geht, der hat geschlagen.

Oft würden die Männer dann aufgefordert, das eigene Heim zu verlassen, obwohl sie Opfer seien. «Damit werden aus Opfern oft Täter.» Weil oft der Grundsatz gelte: Wer ging, der hat geschlagen.

Basler will darum vom Regierungsrat erfahren, ob es bei der Polizei eine geschlechtsneutrale Sensibilisierung in Bezug auf Opfer und Täter gebe.

Zur Interpellation bewogen hat den Grossrat auch, dass Fachleute, die sich mit gewaltbetroffenen Männer auseinandersetzen, seit Jahren der Zugang verwehrt werde zur Kommission für häusliche Gewalt. «Damit sind die Interessen der männlichen Opfer schlecht vertreten», sagt Basler.

Basler will darum eine Antwort auf die Frage, ob die Zusammensetzung der Kommission geeignet ist, alle Opfergruppen angemessen zu vertreten.

«Bin kein Männerrechtler»

Das einzige Männer-/Väterhaus «ZwüscheHalt» wird vom Kanton nicht finanziell unterstützt. Es ist auf Spenden angewiesen.

Dabei stellt sich für Basler die Frage, was der Kanton plant, um die Anforderungen der Opferhilfe zu erfüllen, falls das Männerhaus aus finanziellen Gründen geschlossen werden müsste.

Roland Basler ist wichtig, dass er kein Männerrechtler ist. Es sei ihm aber ein grosses Anliegen, dass Opfer gleich behandelt würden, egal, ob sie männlich oder weiblich sind.

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