Hitzewelle

Was die Hunde in der Affenhitze machen – und was der Tierarzt rät

Erfrischung gefällig? Da Hunde nur an den Füssen schwitzen, reguliert sich ihre Körpertemperatur schlechter.

Erfrischung gefällig? Da Hunde nur an den Füssen schwitzen, reguliert sich ihre Körpertemperatur schlechter.

Die hohen Temperaturen machen vor allem älteren Hunden zu schaffen. Manche Vierbeiner brauchen viel Wasser, andere werden eingeölt. Dass Hunde im Auto vergessen werden und einen Hitzeschlag erleiden, kommt fast nicht mehr vor.

«Ein alter Hund reagiert wie ein alter Mensch, wenn es draussen wärmer wird», sagt Flurin Tschuor, Mitinhaber der Tierklinik BolligerTschuor in Oftringen und Leiter der Inneren Medizin. Ein Hund werde träge und ziehe sich an einen schattigen Platz zurück.

Auch können bei Hunden wegen der Hitze Atembeschwerden oder Kreislaufprobleme auftreten. «Dennoch hatten wir dieses Jahr in unserer Tierklinik bisher noch nicht mehr solche Fälle, als in Sommermonaten mit tieferen Temperaturen», sagt Tschuor.

Probleme hätten vor allem ältere Hunde. Bei den jungen seien primär Rassen betroffen mit kurzen Nasen, wie sie beispielsweise Möpse oder Bulldoggen haben. Generell seien Hunde anfälliger auf die Hitze als etwa Katzen oder andere Kleintiere, so Tschuor. «Es ist deshalb empfehlenswert, Hunde an nicht behaarten Stellen ihres Körpers mit Sonnenschutz einzuölen.»

Eine spezielle Sonnencreme braucht es dazu aber nicht. Dem Hund einen Hut oder eine Sonnenbrille anzuziehen, erachte er als wenig sinnvoll, so der Tierarzt weiter. Denn der «Kläffer» würde die Fremdkörper schnell wieder abschütteln wollen. Mehr gefährdet für Sonnenbrand sind Tiere mit weissem Fell. So sollten bei hellhaarigen Katzen beispielsweise die Ohren eingecremt werden.

Hunde im Auto zurückgelassen

«Bis vor einigen Jahren kam es hie und da vor, dass Hunde im Auto vergessen wurden und dort einen Hitzschlag erlitten», sagt Tschuor. Seit man aber die Hundehalter speziell darauf sensibilisiere, sei das fast nicht mehr passiert.

Da Hunde nur an den Füssen schwitzen und Wärme einzig über die Atemluft abgeben können, reguliert sich ihre Körpertemperatur schlechter. «Die Tiere suchen sich selber ein schattiges Plätzchen oder stehen in einen Brunnen oder Bach mit kaltem Wasser.» Bei Kleintieren wie Meerschweinchen rät Tschuor, zusätzliche Wasserschalen und Schattenplätze einzurichten.

Schutz gegen die Insekten

Auch für die grösseren Tiere ist das warme Sommerwetter eine Belastung: «Die Pferde bringen wir wegen der hohen Temperaturen am Abend auf die Weide, wo sie die Nacht verbringen», sagt Toni Clavadetscher vom Reitstall Egg in Strengelbach. Denn auch die prächtigen Vierbeiner bleiben vom Sonnenbrand nicht verschont.

«Wir ziehen den Pferden eine ‹Fliegendecke› über und schützen sie zudem mit einem Mittel gegen Bremsen», sagt Clavadetscher. Um dem Pferd die warmen Tage im Sommer auf der Weide oder beim Ausritt erträglicher zu machen, ist die Anwendung eines wirksamen Mittels gegen diese Insekten meist unerlässlich. Nebstdem werden die Augen mit einer Maske geschützt.

Die hohen Temperaturen machen durstig: «Ein Pferd trinkt täglich etwa 30 Liter Wasser, an einem Tag wie heute können es sogar 40 Liter sein», sagt Toni Clavadetscher. Und ein Hund sollte mindestens einen halben Deziliter pro Kilo Körpergewicht zu sich nehmen. Genügend Wasser zu trinken ist angesagt – und zwar nicht nur bei den Tieren.

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