Die einen finden sie schön, die anderen hässlich. Die einen bewundern den Mut, sich stundenlang von einem Tätowierer stechen zu lassen, die anderen nerven sich über die Torheit, den Körper lebenslang zu verunstalten. Ja, über Tattoos lässt sich ewig diskutieren. Ganz speziell dort, wo sie am besten sichtbar sind: in der Badi.

Wer sich tätowieren lässt, hat in der Regel eine leicht exhibitionistische Veranlagung. Und er erzählt gerne, warum er sich unter welchen Umständen was stechen liess.

Die az-Serie zeigt, wie viele Geschichten hinter den Tattoos stecken. Oft lassen sich die Leute nicht einfach ein schönes Bild machen, sondern wollen damit etwas ausdrücken, wollen etwas für immer festhalten – etwa die Namen ihrer Kinder.

Ebenso oft geht es aber darum, attraktiver auszusehen. Doch ein Tattoo macht aus einem 08/15-Typ noch kein Model. Aber der Tattoo-Träger beweist, dass er gewisse Schmerzen ertragen kann. Und, dass er bereit ist, gewisse Tabus zu überwinden – auch wenn es heute für den Gang zum Tätowierer weit weniger Mut braucht als noch vor zehn, zwanzig Jahren.

Fühlt sich ein Mensch besser, wenn er ein Tattoo gewagt, seinen Körper ein Stück weit umgestaltet hat? In der Regel wohl schon – zumindest bis zum Moment, in dem er das Tattoo gerne wieder los wäre. Sich besser fühlen ist doch schon sehr viel. Darum gönnen wir den Gestochenen die Tattoos – und uns den Anblick, der meistens irgendwie spannend ist.