Andreas Glarner, Präsident der SVP Bezirk Bremgarten, bleibt bei seiner Meinung zu den skandalträchtigen Parolen, welche auf der Webseite der SVP Widen veröffentlicht wurden. In der Sendung «Duell Aktuell» des Fernsehsenders Tele M1 fordert Ivica Petrušić erneut eine Entschuldigung von der SVP. Glarner holt aber zu einem Rundumschlag gegen die Linken aus.

Der Fall SVP Widen

Die SVP Widen veröffentlichte vor einer Woche rassistische und fremdenfeindliche Slogans auf ihrer Webseite. Die Sprüche wie «Sau Türken», «Dreck Jugo» oder «Ausländer raus» stammten aber nicht aus der Feder der SVP.

Dennoch wurden sie von den Verantwortlichen von der SVP Widen für echte Slogans einer SVP-Kampagne gehalten. Dies erklärte der Präsident der SVP Widen, Aldo Patriarca, gegenüber der az. Tatsächlich stammten die satirischen Parolen von der «sinnfreien Enzyklopädie» stupidedia.org.

Widersprüchliche und fadenscheinige Begründungen

«Patriarca hat nur die Sujets angeschaut und nicht das Geschriebene gelesen», sagt Andreas Glarner. Patriarca hatte die fremdenfeindlichen Parolen unter der Rubrik «real SVP» auf die Webseite geladen. Es habe sich dabei um ein Paket von 40 Bildern gehandelt, welche nicht alle einzeln angeschaut worden seien, so Glarner.

Zuvor erklärte Glarner aber, dass wer sein Hirn einschalte, sofort merke, dass die Slogans nicht von der SVP stammten. Er bemerkte den Fehler online umgehend und habe sofort gehandelt, was bei der SVP die Regel sei. «Leute welche bei Verstand sind, stellen so etwas nicht absichtlich auf eine Webseite», präzisierte Glarner.

«Entschuldigen Sie sich doch einfach»

Eine Entschuldigung hält er aber nicht für angebracht. Schuld seien schliesslich die Linken, welche diese Parolen gegen die SVP erfasst hätten. Das Gespräch mit Ivica Petrušić, SP-Grossrat und Vizepräsident von «Second@s Plus» Schweiz, entwickelt sich derweil immer mehr zu einem hitzigen Wortgefecht. «Entschuldigen Sie sich doch einfach», fordert Petrušić sichtlich unzufrieden. «Man entschuldigt sich nicht für etwas, das der politische Gegner gemacht hat», wettert Glarner. «Man versucht uns etwas unterzuschieben.»

Die Diskussion hat zu diesem Zeitpunkt deutlich an Fahrt aufgenommen. Glarner wirft den Medien vor, eine «Empörungsindustrie» zu betreiben.

«Ihr zündet unsere Autos an und macht jetzt so auf notleidend», attackiert der SVP-Grossrat die Linken und sein Gegenüber Petrušić. Er bezieht sich dabei auf die Brandanschläge auf SVP-Autos in der Stadt Aarau im Jahr 2009. Für die Tat stehen im März zwei Linksautonome und ehemalige Juso-Mitglieder vor Gericht.

Glarners tiefes Bedauern

Auf Nachfrage von Moderator Werner De Schepper, stellvertretender Chefredaktor der az, sagt Andreas Glarner, er sei selbst schockiert gewesen, als er die Parolen auf der Webseite entdeckt habe. Der Moderator schaffte es geschickt, seinem Gast eine verhaltene Entschuldigung zu entlocken. «Wenn es darum geht, dass so etwas auf eine Homepage geladen wird, dann drücke ich mein tiefes Bedauern aus. Dafür entschuldige ich mich», sagt Glarner am Ende der Sendung «Duell Aktuell».

Dennoch sind die Gemüter der geladenen Diskussionsgegner zum Schluss nicht beruhigt. «Die Schlussfolgerungen müssen sie uns überlassen», antwortet Glarner forsch auf De Scheppers Frage nach den Konsequenzen. «Wir lassen nicht zu, dass man uns nun einfach fertig macht!» Petrušić bekommt ganz zum Schluss auch nochmals sein Fett weg: «Wer ist dieser Ivica Petrušić, dass er hierher kommen kann und Forderungen stellen kann?» 

Petrušić reagierte ruhig, aber mit Unverständnis. Der Vizepräsident von «Second@s Plus» Schweiz und bosnisch-schweizerischer Doppelbürger verwies lediglich noch auf den Slogan «Ausländer raus».