Im November 2013 hat die kanadische Polizei mehrere hunderttausend Internet-Filme mit nackten Knaben beschlagnahmt und in der Folge weltweit rund 350 Personen verhaften lassen.

Wie sich herausstellte, sind rund 150 Käufer dieser sogenannten «Azov»-Filme in der Schweiz wohnhaft. Im Zuge der Ermittlungen wurden die Filme auf ihren Inhalt beurteilt, wobei verschiedene Instanzen zu unterschiedlichen Resultaten kamen.

Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) entschied, dass es sich ausschliesslich um Filme handle, in denen Knaben im Alter zwischen etwa zehn und sechzehn Jahren nackt spielen. Laut dem Fedpol zeigen die Filme weder sexuelle Handlungen noch war eine Fokussierung auf die Geschlechtsteile der Jungen feststellbar.

Bei diversen kantonalen Staatsanwaltschaften haben die Filme jedoch einen anderen Eindruck hinterlassen. In zwölf Kantonen wurden Strafverfahren wegen Verdacht auf Kinderpornografie eingeleitet.

Der Aargau gehört zu den Kantonen, welche die «Azov»-Filme als straftrechtlich nicht relevant beurteilt, gegen die Käufer der Clips wurden keine Strafverfahren eröffnet.

In einer Interpellation will die BDP-Fraktion um Grossrätin Maya Bally Frehner nun vom Regierungsrat wissen, wie es dazu kam, dass die Filme als nicht strafbares Material beurteilt wurden.

Weiter wird im Vorstoss auf einen Vorwurf des Kinderschutz Schweiz hingewiesen, der das Vorgehen von Polizei und Staatsanwaltschaften kritisierte: «Wie stellen sich Regierungsrat und Staatsanwaltschaft zum Vorwurf des Kinderschutz Schweiz, die Strafverfolgungsbehörden würden den Handlungsspielraum des Strafgesetzes bei der Kinderpornografie nicht genügend ausschöpfen?»

Ein weiterer Kritikpunkt des Kinderschutz bezog sich auf den Verzicht, die Käufer der Filme auf den Besitz von weiteren, bzw. anderem kinderpornografischem Material zu überprüfen.  Auch zu diesem Vorgehen möchten die Initianten des Vorstosses eine Antwort vom Regierungsrat.