SVP-Präsidium
Warum sich Burgherr nicht mehr mit der Affäre Füglistaller befassen will

Thomas Burgherr ist nunmehr der einzige Kandidat für das Präsidium der Aargauer SVP. Wer ist Thomas Burgherr. Und vor allem wie will er die Volkspartei nach der Affäre Füglistaller wieder einen?

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Thomas Burgherr: Der designierte Präsident der SVP Aargau im Grossen Rat. (Archiv)

Thomas Burgherr: Der designierte Präsident der SVP Aargau im Grossen Rat. (Archiv)

Christoph Imseng

«Natürlich stehen meine Chancen als einziger Kandidat gut, ich bin optimistisch», erklärt Thomas Burgherr. Die SVP Aargau gab bekannt, dass Burgherr der einzige gemeldete Kandidat für die im kommenden Februar stattfindenden Wahl zum Präsidenten sei. Andreas Glarner sowie auch Hans Ulrich Mathys verzichten auf eine Kandidatur.

«Ich bin optimistisch»

Jedoch weiss Burgherr auch, dass sich seine guten Wahlchancen schnell ändern können: «Plötzlich kommt ein neuer Kandidat und dann sieht es anders aus.» Dies gilt vor allem, weil er einer aus der Mitte der Volkspartei ist - kein Hardliner aber auch keiner der Gemässigten. Ein extremer Kandidat könnte Burgherr noch viele Stimmen streitig machen.

Der dreifache Vater ist indes nicht glücklich, der einzige Kandidat zu sein: «Ich wäre lieber durch eine Kampfwahl gewählt worden, allein schon wegen der grösseren Legitimation.» Gegenüber der az gibt sich Burgherr zuversichtlich, gewählt zu werden.

Thomas Burgherr, ein diplomierter Zimmermeister und Eigentümer der Burgherr Moosersäge AG, politisiert seit 1992. Während acht Jahren verdiente er als Vizeammann von Wiliberg seine Sporen ab. Seit 1997 ist der 49 Jährige ein Mitglied des Grossen Rates des Kantons Aargau. Er war Teil verschiedener Kommissionen. Seit 2009 ist er Kommissionsmitglied «Volkswirtschaft und Abgaben».

Neben seinen Aufgaben im Grossen Rat belegt er auch Partei-intern wichtige Positionen. Er ist Präsident der SVP Bezirkspartei Zofingen und Vizepräsident der SVP Aargau.

«Mit Affäre Füglistaller befasse ich mich nicht»

Als Präsident der SVP Aargau werde er sich für die Stärkung der Unternehmen, die Asyl- und die Gesundheitspolitik einsetzen: «Alles Punkte, für die es in absehbarer Zeit eine gute Lösung geben muss.»

Dabei fällt auf: In seinen 14 Jahren als Grossrat hat Burgherr kein einzigen Vorstoss zu einem dieser Themen lanciert. «In der Kommission Volkswirtschaft und Abgaben setze ich mich dauernd für meine Hauptanliegen ein. Eine gute Politik zeichnet sich nicht nur durch Vorstösse aus», erklärt er Vielfach könne man seine Anliegen direkt bei den entsprechenden Stellen einbringen.

Um gute Lösungen für die erklärten Schwerpunkte seiner Politik zu finden, wird Burgherr die Unterstützung der ganzen Bandbreite der SVP Aargau brauchen. Ist dies in der durch die Affäre Füglistaller zerrütteten SVP überhaupt möglich? «Diese Streitereien sind irrelevant für die Zukunft der SVP Aargau. Sie sind zwar nicht vergessen, allerdings werde ich mich schlichtweg nicht mehr mit ihnen befassen.»

Dieses Problem werde sich damit von selbst lösen, meint Burgherr.