Aargau
Warum es im Aargau für jugendliche Straftäter keinen Kampfsport gibt

Die BDP will von der Regierung wissen, wie der Aargau mit jugendlichen Straftätern umgeht respektive wie hoch ihre Behandlungskosten sind. Sicher ist, dass dafür keine 29’000 Franken aufgewendet werden - wie dies im Fall Carlos in Zürich der Fall ist

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Fall «Carlos»: Thaibox-Kurse auf Staatskosten – das gibts im Aargau nicht

Fall «Carlos»: Thaibox-Kurse auf Staatskosten – das gibts im Aargau nicht

screenshot srf

Auf die Antwort des Regierungsrates, wie denn der Umgang mit jugendlichen Straftätern im Aargau rund um den Fall «Carlos» sei, erwarten die Politiker mit Spannung.

Die BDP-Fraktion reichte am Dienstag im Grossen Rat eine entsprechende Interpellation ein. Diese bezog sich auf den Fall des jugendlichen Straftäters Carlos, dessen Betreuung den Kanton Zürich monatlich 29’000 Franken kostet.

In ihrem Vorstoss wollte die BDP unter anderem wissen, ob es im Aargau ebenfalls solche privilegierte Jugendstraftäter gibt und wie hoch die Gesamtkosten für den Jugendstrafvollzug sind.

Antwort auf die Interpellation zu geben, wäre momentan zu verfrüht. Dazu Samuel Helbling, Kommunikationsleiter beim Departement Volkswirtschaft und Inneres: «Der Regierungsrat wird diese Informationen selber liefern.»

Soviel ist bekannt: Im Aargau kosten offene Vollzüge keine 29’000 Franken. «Dies sei schon sehr sonderbar», erwähnte Beatriz Gil, stellvertretende Leiterin der Jugendanwaltschaft Aargau in einem Artikel im «Tages-Anzeiger».

Im Aargau gelangten nur Straftäter in ein betreutes Wohnen, die selbstständig wohnen können oder keine intensive Betreuung brauchen.

Eine 24-Stunden-Betreuung in der Wohnung gebe es nicht. Gil zufolge bekommen Gewalttäter im Aargau auch keine Kickbox-Stunden bezahlt. Kampfsport würde grundsätzlich nicht bewilligt.

Beatriz Gil sagt auch, dass es sich im Aargau um sehr wenige Einzelfälle handle, die etwa aufgrund eines Tötungsdeliktes geschlossen untergebracht seien.

Teuer seien geschlossene psychiatrische Unterbringungen in Kliniken - was in der Regel von kurzer Dauer sei.

Rund 800 Franken pro Tag, also etwa 24’000 Franken pro Monat, würden solche geschlossene Platzierungen mit psychiatrischer Behandlung in Massnahmezentren kosten. (ba)