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Warum der Aargau ein Tennis-Kanton ist

Zahlreiche Klubs betreiben vielversprechende Nachwuchsarbeit. (Symbolbild)

Zahlreiche Klubs betreiben vielversprechende Nachwuchsarbeit. (Symbolbild)

Warum der Aargau ein Tennis-Kanton ist, und warum der Einfluss von Federer & Co. viel bringt.

Am Samstag und Sonntag stehen die Halbfinal- und Finalspiele der diesjährigen «Fromm Swiss Junior Trophy» auf dem Programm. Gespielt wurde jeweils ab 10 Uhr morgens auf der Anlage des Tenniscenters Aarau-West in Oberentfelden, wobei in allen drei Alterskategorien noch Schweizer Nachwuchscracks um den Turniersieg kämpfen.

Für Turnierdirektor Freddy Blatter war die diesjährige Ausgabe ein weiterer Schritt Richtung Weltspitze. Innerhalb eines Jahrzehnts stieg das Turnier von Stufe 5 in die Stufe 2 auf. Der Internationale Tennisverband nahm per 2017 für einmal keine Neubewertungen vor, laut Blatter habe man aber deutliche Signale empfangen, 2018 das überfällige Upgrade auf Stufe 1 zu erhalten. Höher sind nur noch die grossen A-Turniere, darunter die vier Grand Slams. Blatter trat einst als Schweizer Top-10-Spieler selber an diesen Turnieren an, holte sechs Schweizer-Meister-Titel, spielte im Davis-Cup.

Heute leitet der mehrfach diplomierte Tennistrainer die Tennisschule Aarau-West. Mit über 220 Schülerinnen und Schülern und 31 Lehrenden auf der Lohnliste zählt sie zu den grössten Tennisschulen der Schweiz. Blatter sagt: «Wir wollen unseren Jungen auch im internationalen Bereich etwas bieten.» Reisen an Turniere im Ausland kosteten viel Geld, lieber setze er dieses Geld für ein starkes Turnier vor der Haustür ein. Das Budget beträgt 145 000 Franken, der Grossteil wird von Sponsoren, dem nationalen Verband Swiss Tennis und dem Aargauischen Tennisverband getragen.

Ein Lob dem Kanton

Überhaupt ist der Aargau ein Tennis-Kanton: Zahlreiche Klubs betreiben vielversprechende Nachwuchsarbeit, auf der Profi-Tour mischen Stefanie Vögele (Leuggern, WTA 191) und Amra Sadikovic (Birr, WTA 273) mit und auf Verbandsebene ist der Aargauer René Stammbach als Präsident von Swiss Tennis und als Vizepräsident der International Tennis Federation ITF aktiv.

Blatter lobt zudem das Departement Bildung, Kultur und Sport mit Regierungsrat Alex Hürzeler und Sektionsleiter Christian Koch: «Die machen einen sehr guten Job.» Die Schulen seien viel offener geworden, Talenten für Trainings und Wettkämpfe freizugeben oder individuelle Kompensationslösungen zu finden. Und wie gross ist der Einfluss von Stars wie Federer, Wawrinka, Bacsinszky oder Bencic? «Das hilft uns extrem», sagt Blatter. «Diesen Input braucht es, damit die Jungen zu uns kommen. Aber es braucht auch ein gutes Konzept.» Dazu gehöre, dass man den Spass am Spiel nie verliere. Und um es bis ganz nach oben zu schaffen, brauche es «die absolute Leidenschaft».

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