Abstimmung

Warum ausgerechnet zwei Studenten Ja sagen zum neuen Aargauer Stipendiengesetz

Die Vorlage zum revidierten Stipendiengesetz ist umstritten, weil Studenten künftig ein Drittel des Stipendiums beim Kanton als Kredit aufnehmen und später zurückzahlen sollen. (Archiv)

Die Vorlage zum revidierten Stipendiengesetz ist umstritten, weil Studenten künftig ein Drittel des Stipendiums beim Kanton als Kredit aufnehmen und später zurückzahlen sollen. (Archiv)

Die Aargauer Stimmbevölkerung wird am 4. März über das revidierte Stipendiengesetz abstimmen. Die Vorlage ist umstritten. Zwei Studierende erklären, weshalb sie dem Gesetz zustimmen.

Beide sind Studenten und beide werden am 4. März Ja zum Stipendiengesetz sagen. Damit fallen Stefan Ammann, Präsident der Jungfreisinnigen Aargau, und Markus Liebi, Vizepräsident Junge SVP Aargau, aus der Reihe.

Markus Liebi, SVP, 23, studiert an der ETH Zürich und ist vom Stipendiengesetz überzeugt. Dass sich Studenten durch die Gesetzesänderung vertieft mit ihren Finanzen auseinandersetzen müssen, ist aus Liebis Sicht ein Vorteil: «Das bedeutet, mal das günstigere Menü zu kaufen oder nicht in die Skiferien zu gehen», sagt der Student. Er wird von seinen Eltern finanziell unterstützt, arbeitet aber nebenbei. Liebi betont, dass man nach dem Universitätsabschluss genügend Zeit habe, einen guten Job zu bekommen und das ausstehende Drittel dem Kanton zurückzuzahlen. Denn schlecht bezahlte Praktika absolviere man nicht zwölf Jahre lang, so Liebi.

Stefan Ammann, Präsident der Jungfreisinnigen Aargau, ist 25 und studiert Betriebswirtschaft in St. Gallen: «Meine Eltern finanzieren das Studium», sagt Ammann. «Aber ich zahle einen Teil zurück.» Für ihn sei es ein Zeichen von Dankbarkeit, erhaltenes Geld rückzuerstatten. Deswegen unterstütze er ein Ja zum Stipendiengesetz. «Klar, für Studenten bringt die Gesetzesänderung wenige oder gar keine Vorteile. Aber die entstehenden Nachteile sind tragbar», sagt Ammann. Ein Vorteil sei vor allem, dass der Kanton Aargau spart. Trotzdem ist der Student nicht mit allen Punkten einverstanden: «Dass die Jahresbeiträge von 17'000 Franken auf 16'000 Franken gekürzt werden sollen, finde ich nicht gut. Sobald der Kanton wieder über die finanziellen Mittel verfügt, muss er das rückgängig machen.» 

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