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Warten neben der leeren Urne: Wahlsonntag in zwei der kleinsten Aargauer Gemeinden

Selbst die allerkleinsten Gemeinden des Aargaus sind verpflichtet, am Wahlsonntag eine Urne aufzustellen. Darauf würde der Gemeindeammann von Geltwil gern verzichten.

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Die Urne ist leer, gekommen ist keiner. «Ich bin nicht enttäuscht», sagt Daniel Appert, Gemeindeammann von Geltwil. Er ist es sich gewohnt, dass er vergebens wartet. 200 Einwohner zählt seine Gemeinde, 54 der 132 Stimmberechtigten haben an diesem Sonntag brieflich abgestimmt.

Auch wenn er den vergeblichen Einsatz sichtlich gelassen nimmt, Daniel Appert würde in Zukunft gern darauf verzichten, eine Urne aufzustellen: «Jene Gemeinden, die das nicht wollen, sollten das abschaffen können», sagt er am Sonntag im Beitrag von Tele M1. «Es ist ja ganz klar kein Bedürfnis mehr.»

Ins Wahlbüro und dann zum Frühschoppen

Anders tönt es aus Böbikon. In der zweitkleinsten Aargauer Gemeinde gehört es doch für einige der 160 Einwohner dazu, am Sonntag beim Wahlbüro vorbeizuschauen. «Das ist doch schön, da trifft man sich im Dorf», sagt etwa eine Mutter mit Kind. Aufstehen würde sie sowieso früh. Andere haben gar noch gar nie brieflich abgestimmt.

«Das sind Traditionen. Die meisten gehen danach zusammen zum Frühschoppen», sagt der Böbiker Gemeindeammann Adrian Thoma. Am Stammtisch werde die Wahl dann wohl auch diskutiert.

Und doch: Gerade mal 15 Stimmbürger sind am Sonntag in der halben Stunde vorbeigekommen, in der das Böbiker Wahllokal geöffnet hatte – so wenige wie schon lange nicht mehr. (smo)