az-Lesewandern
Wandern im Regen mit @susannehochuli

Politiker machen Regenwandern zum Twitter-Thema – und bleiben dabei cool. An vorderster Front mit dabei: Frau Landammann Susanne Hochuli, der kein Regentropfen etwas anhaben kann.

Werner de Schepper
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Impressionen von der Wanderung von Mellingen nach Brugg
27 Bilder
Impressionen von der Wanderung von Mellingen nach Brugg
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21. Etappe: Von Mellingen nach Brugg
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Impressionen von der Wanderung von Mellingen nach Brugg

Christoph Voellmy

«Ist das nicht die Hochuli? Für die stoppe ich gerne», ruft einer aus einem schwarzen Mitsubishi-Geländewagen, als die az-Leserwanderer zwischen Birmenstorf und Mülligen die Reuss überqueren und die Autofahrer warten müssen, bis der 160-füssige Tatzelwurm das andere Ufer erreicht.

Eine junge Mutter, die mitwandert, hört das und sagt: «Genau das ist das Schöne an den az-Leserwanderungen: Natürlich bemerkt jeder die Präsenz unserer Regierungsrätin, aber hier beim Wandern ist sie einfach eine Wanderin.» Das gilt auch für die anderen Politiker, die sich von der Reusswanderung von Mellingen nach Brugg angezogen fühlten. Bereits am Vortag sorgte sich SP-Grossrat Dieter Egli auf Twitter vor den angekündigten Regenfällen: «Morgen AZ-Wandern mit @wernerschepper und @susannehochuli und ich habe noch keinen Regenschutz.» Was prompt einen anderen online-Zwitscherer zur bissigen Bemerkung veranlasste. «Vielleicht werden ja andere sogar im Regen stehen gelassen.»

Fröhliche Twitter-Runde

Aber Frau Landammann mit dem Twitternamen @susannehochuli zwitschert noch während dem Wandern mit ihrem I-Phone gut gelaunt zurück: «Wenn Engel reisen... Die paar Regentröpfli machen #azwanderern keinen Eindruck.» So viel zum Thema Wandern im Regen. Froh um die paar kühlenden Regentröpfli war auch die Frau Gemeindeammann von Untersiggenthal, Marlène Koller: «Es ist eine wunderschöne Flusswanderung, aber wenn es bergauf geht, muss ich einen Gang tiefer schalten.» Das sportliche Tempo von Beat Baumgartner vom «Verein Aargauischer Wanderwege» macht im hinteren Teil des az-Tatzelwurms Eindruck. Trotzdem bricht er nicht entzwei.

Süssmost bei Birmenstorf

Überraschend kamen die az-Wanderer bei Birmenstorf zu einer kulinarischen Pause. Die Lindhof-Bäuerin Yvonne Suter verwöhnte sie mit köstlichem Süssmost. Was für die Wanderer ein angenehmer Unterbruch war, war für Yvonne Suter eine Art Ersatzhandlung. «Ich interessiere mich sehr für die Wanderungen aber leider habe ich keine Zeit mitzugehen», sagte sie. Süssmost hat sie zu einem wichtigen Zweig ihres Betriebes entwickelt: «Ich beteilige mich in der Süssmostvereinigung des Landwirtschaftlichen Beratungszentrums Liebegg.» Dessen Ziel ist es, die Qualität des Süssmostes zu verbessern. Deshalb verwendet sie nur gute Äpfel als Mostobst und solche gedeihen im Obstgarten des Hofes. (DM)

Immer wieder lassen sich Leute von vorn nach hinten fallen und suchen mit anderen das Gespräch. Da berichten zwei junge Frauen entspannt über ihre Arbeit bei der Raiffeisenbank Lupfig. Dort erzählt eine ältere Dame die Geschichte einer Bäuerin, die zwei Kinder wegen zwei völlig verschiedenen Krebsleiden kurz nacheinander verlor. Lebensgeschichten im Wald. Ein anderer sagt, dass er jetzt pensioniert sei, und irgendwie sei das nicht so einfach. Stattdessen reise er jetzt. Dieses Jahr ging es bereits nach Singapur, Kanada und Skandinavien. Und trotzdem sei er immer wieder überrascht, wie schön der Aargau sei.

16 Tage Wandern mit Hund

Davon ist auch Susanne Hochuli überzeugt. Allein – oder besser gesagt mit ihrer Hündin Mira – wanderte sie 16 Tage auf gut Glück durch den Aargau. Schlief mal hier und mal dort. Reiste meist allein – und schaute, wohin sie die Füsse trugen. Dabei ging sie auch unangenehmen Fragen nicht aus dem Weg und setzte sich in Bettwil an den Stammtisch, um sich vor Ort anzuhören, wo genau beim Thema Asyl der Schuh drückt. In Rekingen besuchte sie auch eine Asylunterkunft. Vor Ort erfuhr sie, dass tatsächlich gewisse Asylgruppen andere massiv tyrannisieren können. Hochuli: «Das ist jetzt aber besser, seit wir einen Kulturvermittler aus dem Iran eingeschaltet haben. Dieser Mann wird von den Asylbewerbern aus dem arabischen Raum offensichtlich als Respektsperson akzeptiert. Schreibt doch mal darüber!» Gesagt. Getan.

Gerade rechtzeitig, als der Regen wieder stärker wird, gewährt der Stadtammann von Brugg, Daniel Moser, den az-Leserwanderern Asyl. Und zwar im Salzhaus – mit köstlichen Spiessli und Pouletflügeli, zubereitet vom «Sternen», Oberbözberg. «So sind wir perfekt gestärkt, um wieder nach Mellingen zurückzuwandern.» Wie bitte? «Ja, wir trainieren für die 25-Stunden-Mammut-Wanderung am Wochenende als krönenden Abschluss. Da müssen wir fit sein», sagt der rüstige Rentner und zieht mit seiner Frau wieder von dannen.