Prozess
Walter Dubler: Urteil ist gefällt, aber noch geheim

Im Prozess gegen Walter Dubler gibt es keine weiteren Befragungen. Das Bezirksgericht Zurzach hat sein Urteil gefällt. Wie es genau ausfällt, bleibt aber noch zwei Tage geheim. Erst am Mittwoch will das Gericht darüber informieren.

Fabian Hägler
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Walter Dubler muss kein zweites Mal vor Gericht – das Urteil wird schriftlich eröffnet. Chris Iseli

Walter Dubler muss kein zweites Mal vor Gericht – das Urteil wird schriftlich eröffnet. Chris Iseli

Chris Iseli

Eine bedingte Geldstrafe von 79 200 Franken und eine Busse von 6000 Franken forderte der Staatsanwalt, einen vollständigen Freispruch für seinen Mandanten der Verteidiger – wie das Urteil im Fall Dubler ausfällt, wird aber erst am Mittwoch bekannt. Dies hielt das Bezirksgericht Zurzach am Montagnachmittag in einer kurzen Mitteilung fest. Demnach hat Gerichtspräsident Cyrill Kramer das Urteil bereits gefällt, das Dispositiv «mit den entscheidrelevanten Erläuterungen» werde aber erst am Mittwoch ab 15 Uhr per E-Mail an die akkreditierten Medienvertreter verschickt.

Walter Dubler betritt das Rathaus in Zurzach.
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Walter Dubler bricht im Gerichtssaal zusammen - eine Ambulanz wird gerufen
Walter Dubler (rechts) mit seinem Anwalt auf dem Weg zum Bezirksgericht Zurzach.
Walter Dubler betritt das Rathaus in Zurzach.
Markus Moser ist der zuständige Staatsanwalt im Dubler Prozess.

Walter Dubler betritt das Rathaus in Zurzach.

Aargauer Zeitung

Damit bleibt vorerst offen, ob sich Walter Dubler der ungetreuen Geschäftsführung und des Betrugs schuldig gemacht hat. Dies wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, weil der suspendierte Gemeindeammann von Wohlen zu hohe Pensionskassengelder bezogen und Sitzungsgelder behalten haben soll, welche der Gemeinde zustehen.

Parteien kennen Urteil noch nicht

Auch die Parteien kennen das Urteil noch nicht, wie Christian Bär, der Verteidiger von Walter Dubler, auf Anfrage sagt. Bär hatte am Donnerstag während der Verhandlung den Antrag gestellt, zusätzlich den Wohler Gemeinderat zu Sitzungsgeldern zu befragen, die Dubler als Präsident des Regionalplanungsverbandes Unteres Bünztal erhielt. Mit der Ankündigung, das Urteil am Mittwoch zu eröffnen, ergibt sich auch, dass Richter Kramer diesen Antrag abgewiesen hat.

«Daraus lässt sich bezüglich des Entscheids nichts ableiten, zumal auch der Staatsanwalt denselben Antrag gestellt hat», sagt Bär. Offenbar sei der Einzelrichter zum Schluss gekommen, dass er aufgrund der Akten, der Befragung von Zeugen und Angeklagtem und nach den Plädoyers der Anwälte genügend Informationen habe, um ein Urteil zu fällen.

Fiona Strebel, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, hält auf Anfrage der az fest, es gebe keine Schweigepflicht für die Parteien. «Aber die Staatsanwaltschaft gibt bis am Mittwoch, 15 Uhr, keine Auskunft zum Urteil.» Wie der Entscheid des Gerichtspräsidenten zu interpretieren sei, keine weiteren Befragungen anzusetzen, lasse sich erst aufgrund des Urteils sagen. Dasselbe gilt laut Strebel für weitere rechtliche Schritte: «Zuerst muss die Staatsanwaltschaft im Besitz des begründeten Urteils sein, bevor sie überhaupt über einen allfälligen Weiterzug entscheiden kann.»

Ähnlich äussert sich auch Dublers Verteidiger: Auch Bär will das Urteil abwarten, bevor er über eine mögliche Berufung vor Obergericht entscheidet. «Ich bin weiterhin absolut überzeugt, dass das Verhalten meines Mandanten strafrechtlich nicht relevant ist», hält er fest.

Dubler selber hatte genau eine Woche vor der Gerichtsverhandlung an einem kulturellen Anlass in Wohlen gesagt, er werde einen allfälligen Schuldspruch auf jeden Fall und bis zur letzten Instanz anfechten. Dies bestätigen gegenüber der az gleich mehrere Besucher unabhängig voneinander.