AZ-Leserwandern
Während der Wanderung eine Geschichtsstunde entlang der Aare

Die 22. Wanderetappe führte die az-Leserwanderer von Brugg nach Schinznach-Dorf. Bei der etwas mehr als zweistündigen Wanderung gingt es vor allem darum, die Geschichts-Kenntnisse zu erweitern.

Roman Huber
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Bevor es über das Wehr geht, wird nochmals kurz gerastet
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Auch Daniela Graf von Aargau Tourismus stärkt sich für das letzte Wegstück
Auch die Grossratsmitglieder Martina Sigg und Titus Meier folgen den Ausführungen von Toni Moser
Bahnfahrt-Idylle auf dem Baumschulareal von Zulauf
Der Baumschulzug fährt ein
Die Auenlandschaft bietet immer wieder idyllische Blicke
Die Festbänke laden zum Verweilen
Alt az-Chefredaktor Franz Straub verteilt beim ersten Halt stärkende Kräuterbonbons
az-Reiseleiter Werner De Schepper im Gepspräch mit Jürg Stüssi-Lauterburg
Alles einsteigen, bitte
Beim Gang durch die Altstadt geht es auch am Brugger Redaktionsbüro vorbei
Letzter Znünihalt vor der Überquerung der Aare
Gemeindeammann Urs Leuthard stellt seine Gemeinde Schinznach-Dorf vor
Niemand braucht zu hungern oder zu dürsten
Bad Schinznach wird passiert
Trotz Grossandrang geht niemand mit knurrendem Magen nach Hause
Nach der Zug-Ankunft ist erst einmal Geduld gefragt
Interfraktionelles Gespräch mit (v
22. Etappe: Von Brugg nach Schinznach-Dorf
Der Gegenverkehr hat es gegen die 210-köpfige Wanderschar nicht gerade einfach
Das letzte Wegstück und die Brücke über den Aarekanal werden in Angriff genommen
Werner De Schepper, Oliver Widmer, Präsident des Baumschulbahn-Vereins und Nationalrat Max Chopard beim Fachsimpeln
Ein bisschen Absitzen ist immer erholsam, auch wenn die Strecke nicht hohe Anforderungen stellt
Toni Moser erläutert beim Wehr die Geschichte der Wasserkraft an der Aare
Warten auf den nächsten Zug der Baumschulbahn bei Zulauf
Stadtammann Daniel Moser stimmt auf die Wanderung durch die Brugger Altstadt und der Aare entlang ein

Bevor es über das Wehr geht, wird nochmals kurz gerastet

Roman Huber

«Unglaublich, was man von der az alles lernt», sagt Myrta Müller aus Neuenhof zu einer Mitwanderin: «Für mein Abo erhalte ich täglich eine Zeitung und im Sommer gratis dazu auch noch fünf Wochen Wanderfreuden mit vielen Infos.» Wandern bildet. Von Brugg nach Schinznach-Dorf lernt auch SP-Nationalrat Max Chopard viel Neues: So erklärt ihm SVP-Grossrat Jürg Stüssi, dass die alte Berner Herrschaft die Betreiber von Bad Schinznach verpflichtete, die Armen gratis baden zu lassen. Das gefällt dem roten Max.

Noch mehr ins Staunen kommt Chopard am Etappenziel bei der Baumschule Zulauf in Schinznach, wo ihm Oli Widmer, Präsident der Baumschulbahn, einen Blick in die Remise gewährt, wo lauter prächtige Schmalspur-Dampflokomotiven aus dem frühen letzten Jahrhundert stehen. «Wow, das sind ja echte Eisenbahnen. Ich dachte immer, das sei irgend so ein kleines Kitschbähnli, das hier rumfährt.» Höchste Eisenbahn für Chopard, endlich in vollen Zügen die 20-minütige Fahrt mit der in Fronarbeit renovierten Loki «Sequoia aus Polen zu geniessen.

Ebenso die Wienerli mit «Härdöpfu-Salat», offeriert von der Baumschule Zulauf, die im Dorf 100 Menschen Arbeit gibt, wie Gemeindeammann Urs Leuthard weiss. Leuthard stammt übrigens nicht nur aus demselben Dorf wie die Bundesrätin, er wurde vor 30 Jahren dort auch von ihrem Vater getraut.

Wanderung mit Geschichte

Böse Zungen behaupteten, der aus Baden stammende Schreibende hätte keine Kenntnisse der landschaftlichen Schönheiten rund um Brugg. Mitnichten, denn sowohl die Jurahöhen als auch Aareufer und Aare hatte dieser schon joggender, radelnder und paddelnder Weise oder im Dienst des Vaterlandes kennengelernt. Also ging es beim Marsch von Brugg nach Schinznach vielmehr darum, die Kenntnisse zu erweitern. Der az-Wanderer konnte sich dazu kaum einen besseren Begleiter auswählen als den Historiker und SVP-Grossrat Jürg Stüssi-Lauterburg.

Die Schinznach Bad AG sei mit einem Alter von rund 300 Jahren zweifellos das älteste Unternehmen im Kanton Aargau, erklärte Stüssi. Die 1654 entdeckten Quellen wurden 1690 erst einmal verschüttet, als die Aare mächtig über die Ufer getreten war. Ein Jahr später seien die Berner auf der gegenüberliegenden Seite wieder auf schwefelhaltige Quellen gestossen. Diese lagen aber nicht auf dem Gemeindeboden von Schinznach, sondern von Birrenlauf, wobei das neue Heilbad den Namen Schinznach behielt.

Stüssi wies vergass die Gründung der Helvetischen Gesellschaft im Jahr 1761 selbstverständlich nicht. Der Bahnhof wurde 1858 nach Schinznach-Bad benannt. Weil dies bei der Post zu Verwechslungen führte, benannte man Birrenlauf 1938 offiziell in Schinznach-Bad um, während Schinznach den Zusatz Dorf erhielt.