Nach der Regierungsratswahl

Wahlverliererin Bally (BDP) bewirbt sich für VR-Mandate – ein Fehltritt, findet die SP

Maya Bally: Will die SP nicht mehr Frauen in Verwaltungsräten?

Maya Bally: Will die SP nicht mehr Frauen in Verwaltungsräten?

Die SP Aargau findet es unschicklich, dass Regierungsratskandidatin Maya Bally (BDP) gleich nach ihrer Niederlage, also noch am Tag des zweiten Wahlgangs, über ein Verwaltungsratsmandat in der Wirtschaft nachdenkt. Bally selbst staunt über die Kritik: ausgerechnet die SP!

Wie geht es nach der Wahlniederlage von BDP-Politikerin Maya Bally weiter? Am Sonntag musste sie sich gegen Konkurentin Franziska Roth (SVP) geschlagen geben und auch Yvonne Feri (SP) lag im Rennen um den letzten Regierungsratssitz am Ende deutlich vor Bally. Gegenüber der az dachte Bally laut über ein Verwaltungsratsmandat in der Wirtschaft nach. Es biete sich ihr die Möglichkeit, aufgrund der gesteigerten Bekanntheit die Gunst der Stunde zu nutzen.

Die SP Aargau findet dieses Ansinnen unrühmlich: "Wir sind sprachlos", twitterte sie. Klar ist: Die SP ist auf Bally derzeit schlecht zu sprechen, schiebt sie ihr doch die Schuld an der Wahlniederlage von Yvonne Feri zu. Bally habe Feri entscheidende Stimmen gekostet, um Roth im Rennen zu schlagen.

Tweet: SP über Bally

Maya Bally wiederholt auf Nachfrage am Montag ihre Pläne: "Ein VR-Mandat ist für mich eine Möglichkeit, die ich prüfe." Doch Maya Bally weiss auch, wie schwierig es ist, ein solches Mandat zu erhalten, da solche meist unter der Hand vergeben werden.

Die Kritik der SP erstaunt Maya Bally: "Es heisst immer – auch seitens der SP –, es brauche mehr Frauen in Verwaltungsräten? Nun, da ich dies als Option erwähne, werde ich kritisiert. Das ist unverständlich." Ihr Leistungsausweis sei im Wahlkampf nie bemängelt worden, warum also nicht in der Wirtschaft erneut Fuss fassen?

Maya Bally macht sich nach einem langen und zuletzt intensiven Wahlkampf Gedanken über ihre Zukunft: "Es ist legitim, dass ich mich nach einem Wahlkampf persönlich neu ausrichte." Das Leben gehe schliesslich auch nach einer Niederlage weiter – auch wenn sie über die Wahl von Franziska Roth sehr enttäuscht sei.

Infogram: Regierungsratswahlen 2016: Das Schlussergebnis des 2. Wahlgangs

Ihr Grossratsmandat steht aber laut Maya Bally nicht zur Debatte, ebenso wenig das Präsidium von AVUSA. AVUSA ist der Aargauische Kantonalverband von Heimen verschiedener Ausrichtung. Für das Schulpflegepräsidium werde sie wahrscheinlich 2017 nochmals kandidieren, doch ebenso klar sei, dass sie nach 12 Jahren im Amt „nicht nochmals zehn anhängen“ werde.

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