Ständeratswahl

Wahltalk mit Grüne, GLP, BDP und EVP: Kandidierende sind sich in vielen Punkten einig

Kurzzusammenfassung von Ständerat-Talk mit den kleinen Aargauer Parteien.mp4

Ruth Müri, Beat Flach, Maya Bally und Roland Frauchiger: Hier finden Sie einen Zusammenschnitt der spannendsten Aussagen der Ständeratskandidaten der kleinen Parteien.

Die Ständeratskandidaten der kleinen Parteien im Talk bei TeleM1. Anders als bei den Kandidierenden der grossen Parteien SP, CVP, FDP und SVP teilen die Vertreter ihre Ansichten — für etwas setzen sie sich sogar alle ein.

Im Ständerat werden die zwei Aargauer Sitze frei, acht Kandidierende sind noch im Rennen. Im Rahmen eines zweiteiligen TV-Talks für TeleM1 wurde den Vertretern der grossen und kleinen Parteien getrennt auf den Zahn gefühlt.

Zwar zeigte die Wahlumfrage im Kanton Aargau von vergangener Woche, dass die vier Kandidaten der grossen Parteien die Nase im Rennen um den Ständeratssitz vorn haben. Doch noch geben sich die Vertreter von Grüne, GLP, BDP und EVP nicht geschlagen. Im 25-minütigen Talk liefern sie sich einen Schlagabtausch.

Beziehungen zu EU müssen vorangetrieben werden

Geht es um das Rahmenabkommen mit der EU, sind sich die Kandidaten mehrheitlich einig. Alle Kandidierenden nicken zustimmend auf die Frage von Moderatorin Anne-Käthi Kremer, ob der Vertrag unterschrieben werden solle. Einzig Roland Frauchiger (EVP) hält sich zurück: «Wir haben mit Europa einen wichtigen Partner, aber ich frage mich, ob ein Vertrag der richtige Weg ist.» Er sei erst einmal in seinem Leben eine Bindung eingegangen und das sei seine Ehe gewesen. Da habe er jedoch ein gutes Bauchgefühl gehabt. Das habe er bei der Europäischen Union nicht.

Die anderen Kandidaten sind sich einig: Der Vertrag soll unterschrieben werden. «Wir müssen vorwärts machen, die Fähre schwimmt uns sonst davon», sagt Beat Flach — passend, der GLP-Kandidat arbeitete jahrelang als Rhein-Matrose. Gewisse Punkte müsse man jedoch noch genauer definieren. Dieser Meinung ist auch Grüne-Kandidatin Ruth Müri aus Baden. Auch sie spricht ungeklärte Diskussionspunkte wie etwa den Lohnschutz an. 

Maya Bally (BDP) ist ebenfalls der Meinung, dass die Verhandlungen vorangetrieben werden sollen. «Wir geben unsere Souveränität und unsere Freiheit schliesslich nicht auf. Das Abkommen schützt uns auch.» Die beiden Frauen in der Runde sind sich einig, dass die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU eines klaren Rahmens benötigen.

Greta ist ein Hype, und tut doch gut

Auch in Sachen Klima sind die Kandidaten eher auf einer Seite als ihre Konkurrenten der grossen Parteien. «Greta ist eine wichtige Figur. Die Jungen machen sich Sorgen um unsere Zukunft», sagt Ruth Müri. Es brauche eine Veränderung in der Gesellschaft. Dieser Meinung ist auch Maya Bally: «Ich finde die Wirkung sehr positiv.» Obwohl das Thema Klima schon ein «Hype» sei. Bally betont, stets Alternativen zum Flug zu suchen und regional einzukaufen. «Aber auch bei mir gibt es bestimmt noch viel Potenzial.»

Wenig überraschend ist auch die Position von GLP-Kandidat Beat Flach: «Greta ist weder Leaderfigur noch Waldgöttin. Aber sie hat uns den Spiegel vorgehalten.» Er ist der festen Überzeugung, dass die Schweiz weltweit eine Vorreiterrolle spielen könne. Roland Frauchiger ergänzt: «Wichtig ist, dass es eine Bewegung gibt. Man vermisst sonst häufig ein politisches Enagement bei den Jungen.» Vor allem der älteren Generation tue eine Greta gut.

Atommüllendlager im Kanton Aargau?

Einzig bei den Atomkraftwerken gehen die Meinungen auseinander: Ruth Müri findet, man solle so viel wie möglich in erneuerbare Energien wie Solarenergie und Geothermie investieren. Schliesslich habe man die Technologie dazu und müsse nicht nochmals 50 Jahre lang warten. Die anderen Kandidaten stimmen hingegen überein: «Wenn die AKWs noch laufen und sicher sind, wieso sollte man sie dann abschalten?», fragt etwa Maya Bally. Auch Roland Frauchiger findet, man solle die AKWs so lange laufen lassen wie es nötig sei. Und Beat Flach? Der GLP-Kandidat sorgt sich eher um den Atommüll: «Das Endlager darf nicht dorthin kommen, wo der politische Gegenstand am schwächsten ist, sondern dorthin, wo es am sichersten ist.» 

Auch in Sachen Verkehr sind sich die Kandidaten einig. Der regionale Verkehr nehme stets zu, die öffentlichen Verkehrsmittel sowie alternative Möglichkeiten wie Velowege und Fussgängerzonen sollen ausreichend geprüft werden. Abstreiten lasse sich eines definitiv nicht: Der Verkehr auf den Strassen hat stark zugenommen und bedarf einer intelligenten Lösung.

Kurz und knapp:

- Wie lautet Euer Wahlkampfbudget?

Ruth Müri: 35'000 Franken
Beat Flach: 50'000 Franken
Maya Bally: 20'000 Franken
Roland Frauchiger: 2000 Franken aus der eigenen Tasche und Spendengelder

- Vier Wochen Vaterschaftsurlaub?

Ruth Müri: Ja
Beat Flach: Ja
Maya Bally: Ja
Roland Frauchiger: Nein

- Rentenalter 67?

Ruth Müri: Nein
Beat Flach: Ja
Maya Bally: Ja
Roland Frauchiger: Ja

- Samenspende für lesbische Paare?

Ruth Müri: Ja
Beat Flach: Ja
Maya Bally: Ja
Roland Frauchiger: Nein

- Stimmrecht für Ausländer mit Ausweis C?

Ruth Müri: Ja
Beat Flach: Ja
Maya Bally: Nein
Roland Frauchiger: Nein

- Co2-Abgabe auf Flugtickets?

Ruth Müri: Ja
Beat Flach: Ja
Maya Bally: Ja
Roland Frauchiger: Ja

Hier können Sie den ganze Wahltalk schauen:

Ständeratswahlen AG: Kleine Parteien

            

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