Motion
Wahlplakate sollen im Aargau nur noch fünf Wochen stehen dürfen

Mehr als 20 000 Plakate warben im Herbst für die Kandidaten im Aargau. Geht es nach zwei CVP-Grossräten, soll die Flut eingedämmt werden. Ralf Bucher und Herbert Strebel fordern, dass künftig Plakate maximal fünf Wochen vor Wahlen und Abstimmungen aufgestellt werden dürfen.

Fabian Hägler
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Wer vor den Nationalrats- und Ständeratswahlen durch den Aargau fuhr, kam nicht an den unzähligen Wahlplakaten vorbei.

Wer vor den Nationalrats- und Ständeratswahlen durch den Aargau fuhr, kam nicht an den unzähligen Wahlplakaten vorbei.

Pascal Meier

Heute dürfen Wahl- und Abstimmungsplakate zwei Monate vor dem Urnengang an den Strassenrändern platziert werden. Vor den nationalen Wahlen 2015 pflasterten die Parteien den Aargau mit mehr als 20 000 Plakaten zu, wie eine Auswertung der az ergab. Nun wollen die beiden CVP-Grossräte Ralf Bucher und Herbert Strebel den Plakatwald auslichten.

Die beiden Politiker setzen allerdings nicht bei der Menge der Plakate an, sondern bei der Dauer, wie lange diese hängen. In einer Motion, die sie am Dienstag im Grossen Rat einreichen, fordern die beiden, dass Plakate künftig maximal fünf Wochen vor Wahlen oder Abstimmungen aufgestellt werden dürfen. Sie fordern den Regierungsrat auf, die Bauverordnung entsprechend anzupassen. «Vor lauter Plakaten nimmt man die einzelnen Kandidaten gar nicht mehr wahr – und das während mehr als acht Wochen», schreiben die Politiker.

Die Bevölkerung störe sich an der Plakatflut und Vereine würden sich zu Recht darüber ärgern, «dass ihre Sport- oder Kulturveranstaltung nur sechs Wochen lang bewilligungsfrei beworben werden darf».

Ganz verbieten wollen Bucher und Strebel die Plakate nicht. Gerade für junge Kandidaten seien diese ein günstiges Mittel, im Wahlkampf präsent zu sein. Sie schlagen aber auf die kommenden Grossrats- und Regierungsratswahlen hin eine einheitliche Zeitspanne von fünf Wochen für wilde Plakate vor. «Dies würde auch die Belastung der Bevölkerung auf die Zeit beschränken, wo sie sich sowieso mit den Wahlen beschäftigen sollte», finden die CVP-Grossräte. Ausserdem würde die Nachplakatierung entfallen – heute müssen viele Plakate ersetzt werden, weil sie zerstört werden, wenn sie acht Wochen hängen.