Vandalismus
Wahlplakat von Maya Bally abgefackelt – «dieser Akt ist kein Zufall»

Ein Wahlplakat der Regierungsrats-Kandidatin Maya Bally ist kürzlich völlig abgebrannt. Einen solchen «extremen Akt von Vandalismus» habe sie noch nie erlebt, sagt die BDP-Politikerin. Einschüchtern lasse sie sich deswegen aber nicht.

Deborah Onnis
Merken
Drucken
Teilen
Maya Ballys Wahlplakat wurde niedergebrannt: Nur noch die verkohlte Halterung und etwas Asche zeugt davon.

Maya Ballys Wahlplakat wurde niedergebrannt: Nur noch die verkohlte Halterung und etwas Asche zeugt davon.

zvg

Aufgemalte Schnäuze, Brillen oder Komikblasen – damit rechnet man bei Wahlplakaten im öffentlichen Raum ja schon fast. Dass ein Plakat abgefackelt wird, kommt hingegen selten vor. Genau das geschah kürzlich mit einem Wahlplakat von BDP-Regierungsratskandidatin Maya Bally Frehner im Raum Baden.

Von links und rechts attackiert

Die Kandidatin erfuhr von einem Parteikollegen davon, der ihr heute morgen das Bild vom abgebrannten Plakat beziehungsweise mit den übriggebliebenen Plakatstelzen schickte. „Das ist völlig daneben“, sagt Bally. Bereits im ersten Wahlgang wurde eins ihrer Plakate mit einem Schnauz verschmiert, ein anderes wurde umgekippt. Und auch Plakate von anderen Kandidaten wurden versprayt oder mit Sticker überklebt. „Einen solch extremen Vandalismusakt habe ich aber noch nie erlebt“, sagt Maya Bally. Das gehöre sich einfach nicht. „Egal bei wem.“

Bei der Frage wer dahinter stecken könnte, meint Bally, dass die Aktion gleich beim Stadteingang von Baden, vom Kappelerhof herkommend, wohl kein Jugendstreich sei. „Da ich derzeit auf Facebook von rechter und linker Seite attackiert werde, denke ich, dass dieser Akt kein Zufall ist.“ Es gebe einige Leute, die gegen ihre Kandidatur sind und ihr dies auch mitteilen. „Ich lasse mich aber nicht einschüchtern.“

Bleibe es bei diesem Einzelfall, werde sie wohl keine Anzeige machen. Dafür sei der Aufwand zu gross und bringe wohl auch nicht viel. Bally gibt sich trotz allem cool: In der aktuellen Situation gehöre gehässiges Getue wohl auch ein bisschen dazu.

Wo kein Kläger, auch kein Richter

Anzeigen wegen Verunstaltungen von Wahlplakaten gehen bei der Kapo Aargau laut Sprecher Roland Pfister nur vereinzelt ein. Dabei geht es um den Tatbestand der Sachbeschädigung – ein Antragsdelikt. Das heisst, die Polizei ermittelt in solchen Fällen nur, wenn sich der Beschädigte meldet. Ist Feuer im Spiel könnte je nach Umständen auch die Staatsanwaltschaft wegen Brandstiftung ermitteln.

Bei solchen Vandalenakten können die Beschädigten häufig gar nicht genau sagen, wann es passiert ist. Manchmal merken sie es erst Wochen später. Ohne genauen Zeitpunkt sei es schwierig, Spuren nachzugehen. Die Polizei prüfe in angezeigten Fällen aber alle Mittel im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Dazu gehört auch das Kontrollieren von Überwachungskameras.

Von Titus Meiers eigenen Plakaten sind 4 betroffen
13 Bilder
SVP und FDP sind gleichermassen betroffen
Hitlerschnauz und andere Schmierereien muss sich der SVP-Kandidat Martin Keller gefallen lassen
Sämtliche Plakate der FDP und der SVP entlang der Zurzacherstrasse in Lauffohr wurden Opfer der Sprayereien
Hitlerschnauz und andere Schmierereien muss sich SVP-Kandidat Martin Keller gefallen lassen
Der Brugger Nationalratskandidat Titus Meier vermutet Ortskundige unter den Tätern
Die FDP-Plakate wurden durchweg versprayt
Auch von FDP-Präsident Philipp Müller sind Wahlplakate verunstaltet worden.
Gehte es nach ihren Gegnern, soll SVP-Kandidatin Nicole Müller-Boder ausgeschafft werden
Das verunstaltete Plakat von Nicole Müller-Boder
Auch die offiziellen Plakatwände sind von den Sprayereien betroffen
Als geldgierige Mörder werden die FDP-Politiker beschimpft
Verschandelte Wahlplakate in Brugg-Lauffohr

Von Titus Meiers eigenen Plakaten sind 4 betroffen

Janine Müller
Küttigen: Daniel Wehrli (SVP) in seiner Schreinerei, wo die SVP-Wahlplakate gelagert sind.
15 Bilder
Daniel Wehrli (SVP) beim Anbringen der SVP-Wahlplakate.
Daniel Wehrli (SVP) beim Anbringen der SVP-Wahlplakate.
Daniel Wehrli (SVP) beim Anbringen der SVP-Wahlplakate.
Grüne, GLP, CVP.
Wahlplakate aufstellen
Werben für die Regierung.
Susanne Voser (CVP) beim Anbringen der CVP-Wahlplakate.
Brugg: Dieter Egli (SP) beim Anbringen der SP-Wahlplakate.
Wahlplakate Aargau Brugg: Franziska Liechti und Dieter Egli (SP) beim Anbringen der SP-Wahlplakate.
Die Grünen.
Dieter Egli (SP) beim Anbringen der SP-Wahlplakate.
Andreas Schmid (links) und Kaspar Schoch (rechts) (FDP) beim Anbringen der FDP-Wahlplakate.
Kaspar Schoch (links) und Andreas Schmid (rechts) (FDP) beim Anbringen der FDP-Wahlplakate.
Dieter Egli (SP) beim Anbringen der SP-Wahlplakate.

Küttigen: Daniel Wehrli (SVP) in seiner Schreinerei, wo die SVP-Wahlplakate gelagert sind.

André Albrecht