Für begeisterte Hobby-Schützen ist die Freude am Sport der Grund, warum sie eine eigene Waffe haben wollen. Immer mehr Personen kaufen aber auch aus Angst und zum Selbstschutz eine Schusswaffe. Laut GLP-Grossrätin Barbara Portmann-Müller müsse die Regierung darum überprüfen, ob es Sinn mache, beim Waffenerwerb noch strenger vorzugehen. Ihre Idee: Jeder, der eine Waffe kaufen möchte, solle ein Arztzeugnis vorlegen. Dieses muss attestieren, dass der Käufer weder psychisch angeschlagen noch traumatisiert ist.  «Man kauft Waffen mit Hintergedanken», sagt Portmann-Müller gegenüber Tele M1. «Diese können durchaus sportlich sein, aber es gibt vielleicht auch kritische.» 

Was jedoch auffällt: Die Aargauer rüsten sich in den letzten Jahren vermehrt mit Waffen aus. Lag die Anzahl ausgestellter Waffenerwerbsscheine 2012 noch bei 3077, ist sie im vergangenen Jahr auf 5117 gestiegen. Das entspricht einer Zunahme von über 40 Prozent. 

SVP-Grossrat Christoph Riener sieht in Portmann-Müllers Vorschlag aber keine Lösung. Er ist selbst Schütze: «Ich finde es absolut nicht in Ordnung, dass Waffenbesitzer, Jäger und Schützen unter Generalverdacht gestellt werden.» In der Interpellation der GLP sei kein Wort von Kriminellen oder illegalem Waffenhandel gestanden. «Sie zielt nur auf den unbescholtenen Bürger, der sich ans Gesetz hält», so Riener.

Die Entscheidung liegt nun bei der Aargauer Regierung. (ngü)