Prüfungen

Während der strengen Prüfungsphase: Fachhochschule entlastet Uni Zürich

Studenten der Universität Zürich ziehen sich zum Lernen in die Fachhochschule in Brugg-Windisch zurück.

Studenten der Universität Zürich ziehen sich zum Lernen in die Fachhochschule in Brugg-Windisch zurück.

Weil die Bibliotheken der Uni Zürich überfüllt sind, weichen viele Studentinnen und Studenten auf den Campus Brugg-Windisch aus, um zu lernen.

An der grössten Hochschule im Land, der Universität Zürich, steht den Studentinnen und Studenten die anstrengendste Jahreszeit bevor: die Lernphase. Nun brechen die Monate an, in denen sich die Studierenden um die begehrten Lernplätze balgen, wie der «Tages-Anzeiger» diese Woche berichtete. Frühmorgens reihen sie sich vor den Bibliotheken auf, um kurz nach der Eröffnung zu den freien Plätzen zu stürmen. Innert Minuten sind die Tische besetzt und werden bis spät am Abend nicht mehr hergegeben.

Diesen Stress wollen sich viele Studierende nicht Tag für Tag antun. Einer von ihnen studiert in Zürich im Master Wirtschaft. Seit ein paar Semestern disponiere er um, erzählt er der AZ. Er geht regelmässig am Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Brugg-Windisch lernen. Für ihn, im Raum Baden wohnhaft, ist der Campus in zehn Minuten mit dem Zug zu erreichen.

Seine Strategie scheint sich herumgesprochen zu haben: Einige Uni-Kollegen aus seiner Umgebung würden es mittlerweile machen wie er, erzählt er. Die Vorteile lägen auf der Hand: «Es ist nahe, ruhig und hat im Gegensatz zur Uni immer genug Platz.»

Auf dem Campus sind alle Studierenden willkommen

Die FHNW als Entlastung für die aus allen Nähten platzende Universität Zürich? Bei der Fachhochschule kennt man das Phänomen: «Studierende verschiedener Hochschulen nutzen unseren Campus zum Lernen», bestätigt Sprecher Sandro Nydegger.

Doch wer nun denkt, dass die FHNW diesen Trend als Schmarotzerei abtut, irrt. Anders als an der Universität Zürich, wo Bibliotheken teilweise für bestimmte Fakultäten reserviert sind, werden auf dem FHNW-Campus schulfremde Studentinnen und Studenten nicht weggeschickt.

Auch Ausweiskontrollen gibt es keine. Das sei Teil der Philosophie, sagt Sandro Nydegger: «Wir betrachten den Campus als offenen Lernort, der für alle Menschen zugänglich ist.»

Dieses Versprechen gilt das ganze Schuljahr über – und auch während der Semesterferien. Einzig an Sonn- und Feiertagen lassen sich die Türen nur mit der FHNW-Studierendenkarte öffnen. Aber auch das ist für den findigen Wirtschaftsstudenten kein Hindernis. Sich eine solche Karte auszuleihen, sei das kleinste Problem, sagt er.

Meistgesehen

Artboard 1