Das neue Bettenhaus der Klinik Barmelweid wird demnächst in Betrieb genommen. In Baden fand im Frühherbst der Spatenstich für den 450 Millionen Franken teuren Neubau des Kantonspitals statt. Und in Aarau läuft die Schlussphase des Wettbewerbs unter den drei verbliebenen Totalunternehmen (Namen geheim, es sind Firmen wie HRS, Implenia, Angliker).

Aktuell arbeiten bei jedem dieser drei Betriebe je um die 100 Personen an der Planung des Kantonsspital-Neubaus. Einem Vorhaben, das inklusive der rund 100 Millionen Franken teuren Medizinaltechnik 600 Millionen Franken kosten wird (Fixpreis).

In diesem Betrag ist allerdings der Rückbau der alten Gebäude nicht inbegriffen. Insbesondere nicht des zu wesentlichen Teilen aus den frühen Siebzigerjahren stammenden Haus 1, in dem seinerzeit noch erheblich Asbest verbaut worden ist. Oder des Haus 7, das erst vor 21 Jahren in Betrieb genommen worden und noch nicht ganz abgeschrieben ist (Abschreibungsdauer 33 Jahre).

Entscheid am 4. April

Am 4. April wird der Verwaltungsrat entscheiden, welches Projekt realisiert und wie das Ganze finanziert wird. Der Aargau ist zwar Eigentümer des Spitals, doch er hilft nicht bei der Finanzierung der Investitionen. «Das machen andere Kantone nicht so», erklärte gestern KSA-CEO Robert Rhiner an einer Medienorientierung.

Im Moment sei es kein Problem, auf dem Kapitalmarkt Geld zu bekommen. «Aber man muss es dann auch noch zurückzahlen können», so Rhiner. Laut einem Businessplan wird das im Fall des KSA möglich sein. Das neue Spital wird 100 Betten weniger haben als das Bestehende.

«Wir sind zügig unterwegs», erklärte Sergio Baumann, Leiter Betrieb des KSA. «Wenn es ideal läuft, sollten wir das Gebäude 2023 beziehen können.»

Ideal heisst, keine Submissionsbeschwerden nach dem Verwaltungsratsentscheid vom April. Und zudem keine Flut von Einsprachen im Rahmen des Baugesuchverfahrens.

Was Letzteres betrifft war das KSA bisher verwöhnt: So gab es aktuell weder zum neuen Laborgebäude noch zu den diversen Rückbau-Gesuchen irgendwelche Einwendungen. Die entsprechenden Baubewilligungen werden in den kommenden Wochen erwartet, eventuell noch dieses Jahr.

Klar ist, dass das Baufeld wenn immer möglich im Oktober 2019 dem Totalunternehmer übergeben werden soll – und zwar geräumt.

Aktuell vier Baustellen

«Wir haben schon jetzt eine Grossbaustelle. An verschiednen Orten wird etwas gemacht — im weitesten Sinn hat es überall mit dem Neubau zu tun», erklärt CEO Rhiner. So entsteht an der Tellstrasse für 7,8 Millionen Franken im Expresstempo (teilweise Fertigelementbau) ein Physio- und Ergotherapiegebäude.

In der Ecke Südallee/Tramstrasse wird für 22,3 Millionen Franken die Spitalpharmazie (hier werden auch einzelne Medikamente hergestellt) total saniert. Die Verschiebung des Büromodulgebäudes (Haus 46, hinter dem Personalrestaurant) in den Nordosten des KSA-Areals soll im Februar beginnen und 1,5 Millionen Franken kosten. Das Gebäude ist bereits geräumt.

Ein grosser Brocken wird das neue Labor-Gebäude bei der Bavaria-Kreuzung (Kosten 36,6 Millionen Franken): Die ehemalige Garage Rebmann wird ab Januar abgebrochen, der eigentliche Bau beginnt im März.

Neues Herzkatheterlabor

An der gestrigen Medienorientierung wurden drei Projekte präsentiert, die der Öffentlichkeit bisher noch nicht bekannt waren. Das kleinste besteht aus der Altlastensanierung der Schäferwiese (0,4 Millionen Franken, zahlt der Kanton). Dort hatte es früher eine sogenannte «Scherbengrube» mit Bauabfällen (kein Sondermüll). Zuletzt befanden sich auf diesem Areal Baracken für Asylbewerber.

«Wir haben in der Kardiologie einen wahnsinnigen Zuwachs», erklärte Sergio Baumann. Deshalb soll, auf der Nordseite des Haus 1 – «als Rucksack», wie Baumann sagte – ein doppelstückiger Container-Bau errichtet werden.

Neben dem Herzkatheterlabor wird er sechs Dialyseplätze aufnehmen. Kosten: 2,9 Millionen Franken. Das Baugesuch wird im Expressverfahren durchgezogen werden müssen, soll doch der Baustart bereits im kommenden April erfolgen.

Restaurant wird zügig verschoben

Dem Neubau im Weg ist auch das Personalrestaurant «Le Clou», das sich seit Menschengedenken in einem pavillonartigen Bau beim Eingang beim KSA-Parkplatz befindet. Seine Versetzung auf die Nordseite des Haus 1 wird sechs Millionen Franken kosten. Dieser Betrag ist in den 600 Millionen Franken inbegriffen. Es soll ein einstöckiges Gebäude auf einer Art Stelzen entstehen – mit 50 Parkplätzen im Keller.

Es handelt sich beim Restaurant um das einzige Provisorium im Rahmen der Baufeld-Räumung. Auch hier eilt es: Die Baueingabe ist für Januar geplant. Die Personalkantine wird nach Inbetriebnahme des Neubaus wieder abgebrochen – genau so, wie alle anderen Gebäude, die dannzumal nicht mehr benötigt werden.