Fête des Vignerons

Vorglühen im frühmorgendlichen Extrazug – Aargauer Regierung schmiedet Pläne

Es war ein Aufmarsch der Aargauerinnen und Aargauer: Eine 1500-köpfige Delegation in blauen Schürzen vertrat den Kanton an der Fête des Vignerons in Vevey. Und sie tat es lachend, tanzend und Wein trinkend.

Vevey begrüsste die Aargauer Delegation am Dienstagmorgen bei Sonnenschein, 25 Grad und blauem Himmel. Mit Trompeten, Trommeln und Fanfaren haben sie sich um neun Uhr morgens den Weg durch Vevey gebahnt: Die 1500 Besucherinnen und Besucher, Politikerinnen und Politiker, Winzer, Ehrengäste und Künstler, die den Aargau an der Fête des Vignerons vertreten haben. Die Rue Paul-Ceresole, die vom Bahnhof in Vevey hinunter zur grossen Arena des Winzerfestes am See führt, war reich geschmückt mit Aargauer Fahnen.

Zuschauer am Rande des Umzugs schauten erstaunt zu: «Das sind aber viele Menschen!», bemerkte ein französischsprachiger Mann. Viele Ortsansässige schauten von ihren Balkonen zu – und lehnten diese teilweise den Musikern aus, damit sie aus der Höhe auf die Strasse herunterspielen konnten. Angeführt wurde der stimmungsvolle Umzug von der Stadtmusik Aarau und befreundeten Musikvereinen. Eine Musikergruppe reiste dafür sogar aus Frankreich an. Die Klänge erinnerten an fröhliches Zirkustreiben und brachten sogar den einen oder anderen Regierungsrat dazu, auf der Strasse zu tanzen.

Von  strahlend blau bis pflotschnass: der Aargauer Tag an der Fête des Vignerons im Video

Von strahlend blau bis pflotschnass: der Aargauer Tag an der Fête des Vignerons im Video

Vorglühen und Kartenspielen im frühmorgendlichen Extrazug

Der Willkommensapéro fand im Anschluss an den feierlichen Einzug am Ufer des Genfersees statt. Die Aargauer hatten Durst: Nach kurzer Zeit hatte es zwar noch Wein, aber die 1500 Gläser waren aufgebraucht.

Die Fête des Vignerons findet nur alle 20 bis 25 Jahre statt. Zum ersten Mal wurden am Waadtländer Winzer- und Kulturfest die Kantonstage abgehalten. Entsprechend gross war die Freude und Aufregung in der Aargauer Delegation. Mehr als 1000 der rund 1500 Teilnehmer reisten im Morgengrauen mit dem Extrazug an. Dieser startete um 5.37 Uhr in Brugg, machte kurz in Lenzburg halt und holte die letzten Passagiere in Aarau ab. Der Kanton hatte den Extrazug organisiert und 650 Tickets zu einem Vorzugspreis von 100 Franken an die Bevölkerung verkauft.

Die Stimmung im Zug war trotz der frühen Morgenstunde ausgesprochen ausgelassen. Die Passagiere wurden kurz nach der Abfahrt mit Gipfeli und Kaffee versorgt; viele überbrückten die mehr als dreistündige Zugreise aber mit einer Flasche Wein, guten Gesprächen oder einer Partie «Tschau Sepp». Unter den Zugpassagieren war auch Alois Baur aus Sarmenstorf: «Ich freue mich am meisten auf die Zirkusvorstellung von Monti», sagte der 65-Jährige. Er ist grosser Zirkusfan und ging zum ersten Mal ans Winzerfest. «Ich bin aber auch zum Weintrinken da», fügte er an und schmunzelte.

Fête des Vignerons: Aargauer-Tag trotz drohendem Gewitter gelungen

Fête des Vignerons: Aargauer-Tag trotz drohendem Gewitter gelungen

Der Kanton Aargau präsentiert sich an der Fête des Vignerons in Vevey statt mit „Rüebli“ und weisse Socken, mit einem Programm rund um Wein und Zirkus.

Regelmässige Zugdurchsagen erinnerten die Passagiere daran, wie sie sich – einmal in Vevey angekommen – verhalten sollten. Die Organisation hatte schon fast militärische Genauigkeit. Ein Umzug mit einer solchen Menschenmenge will geplant sein. Die Wettervorhersage zeigte am Morgen noch graue Wolken und Regen an. Auch das haben die Organisatoren berücksichtigt: Helfer Herbert Huber verteilte allen Zugreisenden Pelerinen. Diese brauchte es später am Nachmittag, als es in Strömen regnete. Huber hatte auch blaue Stoffrucksäcke dabei. Darin hatten die Organisatoren kleine Snacks gepackt. Dies, weil die grosse Show in der Arena während der Mittagszeit stattfand. Crackers, Gummibärchen, Kaugummi und ein Fleischkäse sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bis zum Mittagessen um 14.00 Uhr bei Laune halten. «Passen Sie beim Öffnen auf, der Fleischkäse hat Unterdruck», scherzte ein Zugreisender. Der wichtigste Inhalt war aber die blaue Winzerschürze: Jeder Einzelne zog diese spätestens in Vevey als Wiedererkennungsmerkmal an.

Die Regierung schmiedet Pläne und folgt der Musik

Im hintersten Wagen des Extrazugs hielt die Regierung «eine strategisch wichtige Sitzung», wie Landwirtschaftsdirektor Markus Dieth scherzend festhielt. Was zuerst nach einer konspirativen Besprechung aussah (Dieth sowie Landammann Urs Hofmann und Regierungsrat Alex Hürzeler schauten konzentriert auf ein Blatt Papier), entpuppte sich als Wegbesprechung der anstehenden Parade. «Wir gehen einfach der Musik nach», hielt Hürzeler abschliessend fest, bevor sie aus dem Zug ausstiegen und sich unter das lk mischten.

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