Internet-Zugang

Vor vier Wochen sah Regierungsrat Handlungsbedarf: Jede zweite Aargauer Asylunterkunft hat jetzt WLAN

Während der Coronakrise fand die Kommunikation auch für Asylsuchende vor allem digital statt. (Archivbild)

Während der Coronakrise fand die Kommunikation auch für Asylsuchende vor allem digital statt. (Archivbild)

Um Menschenansammlungen an öffentlichen Plätzen zu vermeiden, sollten alle kantonalen Asylunterkünfte in der Coronakrise mit drahtlosem Internet ausgestattet werden. Momentan fehlt es noch an Material für die Installationen.

Vor rund einem Monat hatte der Aargauer Regierungsrat beschlossen, alle kantonalen Asylunterkünfte «zeitnah und zweckmässig» mit drahtlosem Internet auszustatten, wie es in einer Medienmitteilung dazu hiess. Angesichts der ausserordentlichen Lage habe der Regierungsrat «dringenden Handlungsbedarf» gesehen.

In etwa 10 bis 15 Asylunterkünften im Aargau wurden nun in den letzten Wochen WLAN installiert, wie Pia Brugger Kalfidis, Leiterin Unterabteilung Asyl, auf Anfrage der AZ bestätigt. Zusammen mit den 10 Unterkünften, die bereits vor einem Monat über WLAN verfügten, ist damit knapp die Hälfte der insgesamt 50 Asylunterkünfte mit drahtlosem Internet ausgestattet.

Für die restlichen Unterkünfte fehlt es offenbar noch an Material. «Derzeit müssen wir noch auf die erforderlichen Komponenten warten», so Brugger Kalfidis. Sobald diese beim Kanton eingetroffen seien, könne mit der Installation fortgefahren werden. Wann genau das sein wird, konnte Brugger Kalfidis nicht sagen.

Der schrittweise Ausbau mit WLAN war ohnehin bereits geplant. Der Verein Netzwerk Asyl hatte seit Jahren WLAN in den Asylunterkünften gefordert. Mit dem Ausbruch der Coronakrise entschied sich der Regierungsrat für eine raschere Umsetzung des Ausbauplans. Die schulische, berufliche und soziale Kommunikation würde während der Pandemie vor allem digital stattfinden, begründete der Regierungsrat. Zudem solle die digitale Aufrüstung der Asylunterkünfte vermeiden, dass sich Personen in Gruppen treffen. Flüchtlinge würden sich oft an Orten aufhalten, an denen es gratis WLAN gibt. 

Für die Installationen und den Unterhalt hat der Regierungsrat einen Verpflichtungskredit von einmalig 198'000 Franken und jährlich wiederkehrenden 117'800 Franken bewilligt. SVP-Nationalrat Andreas Glarner hatte den Plan des Regierungsrat kritisiert.

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