Im August nahm die Polizei einen 50-jährigen Mann fest, der sich vor Kindern entblösst, vor ihnen masturbiert und teils seine Opfer bis zum Samenerguss angeschaut haben soll. Als sportlicher Velofahrer getarnt war er unterwegs. Doch statt vorbeizufahren hielt er sich immer wieder vor Turnhallen, Fussball- und Spielplätzen auf. Unsittlich berührt habe er die Kinder nie, wie Tele M1 damals berichtete.

Exhibitionist wieder auf freiem Fuss

Der Mann sass drei Monate in Untersuchungshaft. Jetzt ist er freigekommen. Wie die Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft, Fiona Strebel gegenüber «Blick» sagte, wurde der Beschuldigte am 22. Dezember 2015 durch das Zwangsmassnahmegericht (ZMG) aus der Untersuchungshaft entlassen.

Letzten August wurde der Mann im Kanton Zürich in flagranti erwischt. Bei Ermittlungen im Aargau kamen etliche Taten ans Licht. «25 Kinder sind von sexuellen Übergriffen betroffen. Wobei der Beschuldigte im Verdacht steht, diese Übergriffe begangen zu haben», sagt Strebel zu «Blick». 

Die Staatsanwaltschaft hätte den Exhibitionisten länger in Untersuchungshaft behalten wollen. Nach einem ersten Antrag wurde die Haft bis zum 29. Januar 2016 verlängert. Doch der Beschuldigte stellte im Dezember 2015 ein Entlassungsgesuch. 

Die Staatsanwaltschaft stellte beim Zwangsmassnahmengericht Antrag auf Gesuchs-Abweisung und machte Ausführungs- beziehungsweise Wiederholungsgefahr geltend.

Ein Gutachten habe die Rückfallgefahr «grundsätzlich bejaht». Auf die Frage, warum man diesen Mann trotzdem frei lässt, antwortet Strebel: «Das ZMG verfügte seine Entlassung. Es kam zum Schluss, die Ausführungsgefahr sei nicht als hoch einzuschätzen.»

Die Rückfallgefahr schätze es als «gering» ein. Dies obwohl der Mann unter dringendem Tatverdacht bereits im Jahr 2013 sein Unwesen getrieben zu haben.

Der Mann hat für gewisse Gebiete Rayonverbot und muss in eine Therapie. Der 50-Jährige ist teils geständig, so soll es zur Anklage wegen mehrfacher sexueller Handlung mit einem Kind kommen. Dafür reicht das bewusste Onanieren vor dem Opfer. (sae)