Vor 50 Jahren
In einer Gemeinde wollte nur jeder Zehnte das Frauenstimmrecht – so stimmte der Aargau 1971

Mit einer hauchdünnen Mehrheit sagte der 1971 Ja zum Frauenstimmrecht. Eine Mehrheit der Bezirke war jedoch dagegen, und in einer Gemeinde betrug der Nein-Anteil über 90%.

Dominic Kobelt
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In Hilfikon rauften sich die Männer 1971 wohl die Haare. Im Aargau stimmte eine knappe Mehrheit von 50.2 Prozent für das Frauenstimmrecht auf nationaler Ebene. Wäre es nach den 31 Männern aus Hilfikon gegangen, die an diesem Tag ihre Stimme in die Urne legten, wäre das Resultat ein anderes gewesen: 28 von ihnen stimmten mit Nein.

Ebenfalls unter 20 Prozent blieb der Ja-Anteil in den Gemeinden Uezwil, Mettau und Siglistorf. Unter den Gemeinden mit den höchsten Ja-Anteilen finden sich wenig überraschend die grossen Städte, allen voran Baden (68.6%). Auch in Wettingen, Spreitenbach und Ennetbaden überschritt der Ja-Anteil die 65-Prozent-Marke. Eine Überraschung ist Platz 2: In der kleinen Freiämter Gemeinde Rudolfstetten Friedlisberg waren 68.5% für das Frauenstimmrecht – im fünf Kilometer entfernten Hermetschwil-Staffeln lag die Zustimmung bei gerade mal 27%.

Fünf von elf Bezirken sagten Ja – anders als 1959

Der Kanton Aargau sagte nur ganz knapp Ja. Gerade mal 240 Stimmen lagen zwischen Ja und Nein. 39'469 Aargauer befürworteten die nationale Vorlage zum Frauenstimmrecht, 39'229 nicht.

Auf Bezirksebene überwog der Ja-Anteil in Aarau (53.8%), Baden (59.6%), Brugg (50.7%), Rheinfelden (53.1%) und Zofingen (51.7%). Am wenigsten Befürworter verzeichnete Muri (37.7%).

Bereits 1959 wurde über das Frauenstimmrecht abgestimmt. Auf Gemeindeebene sind die Abstimmungsdaten leider nicht mehr verfügbar, lediglich wie die Bezirke abgestimmt haben, ist im Staatsarchiv noch dokumentiert:

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