«Den Jagdpass gibt es nicht im Schongang – und das ist richtig so», betonte René Schärli, der Präsident der Jagdprüfungskommission an der Brevetierungsfeier auf Schloss Habsburg. Begleitet wurde diese von der Jagdhornbläsergruppe Zurzibiet. «Wer im Aargau auf die Jagd gehen will, soll über die entsprechenden Fähigkeiten verfügen», so Schärli. Er attestierte den 6 Jungjägerinnen und 36 Jungjägern, welche die zweiteilige Prüfung bestanden haben, ein gutes Leistungsniveau. Wie er sagte, waren 47 Kandidatinnen und Kandidaten zur Prüfung angetreten. 7 haben sie nicht bestanden. Der jüngste der brevetierten Jungjäger hat Jahrgang 1995. Der älteste – ein «jung gebliebener Jungjäger», so René Schärli, Jahrgang 1955.

«Ihr habt es gut gemacht und Ihr dürft stolz sein», wandte er sich an die Jungjägerinnen und Jungjäger. «Jetzt geht es weiter. Jetzt gilt es, Erfahrungen zu sammeln, denn das Weidwerk lebt von der Erfahrung. Hebt nicht ab. Bildet euch weiter. Die Jagd verändert sich.» Er gab den Jungjägerinnen und Jungjägern aber auch zu bedenken: «Ihr seid die neuen Aushängeschilder der Jagd. Man schaut auf uns Jäger. Wir brauchen uns aber nicht zu verstecken.» Übergeben wurden die Jagdfähigkeitsausweise von Regierungsrat Stephan Attiger. Er dankte allen, die mit ihrem Einsatz die Durchführung der Prüfung ermöglicht hatten, insbesondere René Schärli, und er forderte die Jägerschaft auf, die Jungjägerinnen und Jungjäger in ihren Kreis aufzunehmen. Er betonte dabei, dass es die Jungjäger dringend brauche.

Grosse Vielfalt im Aargau

«Wer im Aargau auf die Jagd gehen darf, hat Glück», sagte Thomas Stucki, der Leiter der Sektion Jagd und Fischerei im Departement Bau Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau. «Der Aargau hat eine moderne Jagdgesetzgebung; er weist viele Tierarten und hohe Bestände auf. Es gibt aber auch ein paar Herausforderungen.» Dabei erwähnte er in seinem Referat zum Thema «Zukunft der Jagd» die «Rückwanderer» Rotwild und Wolf, aber auch neue Arten, mit denen man noch wenig Erfahrung habe. Die Jagd sehe sich jedoch auch mit gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert, gab er zu bedenken. Dabei wies er auf die Veränderungen im Verständnis der modernen urbanen Gesellschaft für die Natur und deren Abläufe, aber auch auf die 24-Stunden-Gesellschaft hin. «Jäger sind Anwälte der Natur», stellte er fest. Er forderte die Jungjägerinnen und Jungjäger auf, sich weiterzubilden, um «ein gutes Sprachrohr der Natur» zu sein. «Ihr seid die Jagd der Zukunft», betonte Thomas Stucki. «Gestaltet diese Zukunft.»