Bottenwil

Vom «Kiöskli» zum Gourmettempel: Nach elf Jahren laden die Grabers zum Abschieds-Apéro

Martha und Daniel Graber prägten in den letzten elf Jahren den Badibetrieb in Bottenwil massgeblich.

Martha und Daniel Graber prägten in den letzten elf Jahren den Badibetrieb in Bottenwil massgeblich.

Martha und Daniel Graber verlassen nach elf Jahren die Familienbadi. Einen grossen Dank richten die beiden an ihr Helferteam und an die vielen Gäste, die sie in all den Jahren begrüssen und bewirten durfte.

Grossbetrieb am letzten Baditag in Bottenwil. Die Leute strömen scharenweise Richtung Bad am Hang. Doch nicht, um ihre letzten Längen der Saison zu schwimmen, sondern um zu danken und sich von Martha und Daniel Graber zu verabschieden. Das Ehepaar hat nach elf Jahren zum Abschieds-Apéro eingeladen.

«Lob hat motiviert»

«Es war eine schöne Zeit und ich habe viele tolle Menschen kennen gelernt», sagt Martha Graber in ihrem bekannten Appenzeller Dialekt. «Es hat mir viel Spass gemacht und das Lob für unsere Arbeit haben mich und meinen Mann zusätzlich motiviert, noch besser zu werden.»

Einen grossen Dank richtet sie an ihr Helferteam und an die vielen Gäste, die sie in all den Jahren begrüssen und bewirten durfte. Martha Graber kennt alle mit Namen, «und die, die ich nicht kenne, frage ich, woher sie kommen und wie sie heissen». Nun ist es aber an der Zeit, etwas Neues anzupacken. Was genau, weiss sie noch nicht. «Der liebe Gott wird schon etwas für mich bereit haben.»

Vor elf Jahren hatte Martha Graber den Badikiosk in Bottenwil übernommen und das Angebot über Jahre stetig ausgebaut. «Sie hat aus dem einstigen ‹Kiöskli› einen Gourmettempel gemacht», lobt Ruedi Zingg, Präsident des Schwimmbadvereins Bottenwil-Uerkheim anlässlich der Verabschiedung. «Manch ein Restaurantbetreiber würde vor Neid erblassen, wenn er die Gerichte sehen würde, die Martha und ihr Team im Sommer täglich auf den Tisch zaubern.»

Martha Graber ist in Hundwil im Kanton Appenzell Ausserrhoden in einer grossen Familie aufgewachsen und lernte schon dort schon früh, für viele zu kochen. «Für sie gibt es nur ‹ganz oder gar nicht›», weiss ihr Mann Daniel. So hat Martha Graber eine sportliche Karriere hinter sich und lief am Ende gar Marathon. Nun freut sie sich auch auf etwas mehr Freizeit im Sommer, «denn davon gab es in den letzten elf Jahren wenig.» Doch klagen will Graber nicht: «Ich habe diese Arbeit und alles drum herum sehr gemocht.»

Lob vom Restauranttester

Die Kochkünste der Badi-Köchin aus Bottenwil wurden immer öfters auch von Auswärtigen in Anspruch genommen. Es hat sich herumgesprochen, dass Profit keineswegs im Zentrum des Interesses der Betreiber steht. «Die Preise im Beizli jedenfalls lassen einen staunen und in nostalgische Schwärmereien verfallen», schrieb ein Restauranttester aus der Region, der verspricht, künftig, auch ohne Auftrag, wieder zu kommen.

Bei so viel Lob schweigt Martha Graber gerne und geniesst im Stillen. Zum Abschied in der Badi Bottenwil ist sie zehn Längen geschwommen, hat danach den Apéro vorbereitet und die Gäste ein letztes Mal richtig verwöhnt. Dass am Ende des Abschiedsabends die Badi-Fahne auf halbmast stand, ist irgendwie symptomatisch.

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