Grosser Rat

Volle Zulagen für Grossratspräsidium: Auch SVP-Glarner stimmte dafür

Andreas Glarner gab den vollen Zulagen fürs Grossratspräsidium seinen Segen

Andreas Glarner gab den vollen Zulagen fürs Grossratspräsidium seinen Segen

Das Amtsjahr 2013 dauert neun Monate, Grossratspräsidentin Vreni Friker (SVP) und ihre beiden Vize erhalten aber die volle Zulage von 20 000 bzw. 5000 Franken. Andreas Glarner kritisierte das, doch er selbst hat im Grossen Rat auch dafür gestimmt.

Grossratspräsidentin Vreni Friker (SVP) und ihre beiden Vize Thierry Burkart (FDP) und Markus Dieth (CVP) erhalten die volle Präsidiumszulage von 20 000 bzw. 5000 Franken, obwohl das Amtsjahr 2013 nur neun Monate dauert. Dagegen wird aus den eigenen Reihen der Grossratspräsidentin scharf geschossen.  Das könne er als Steuerzahler auf keinen Fall gutheissen, ja illegal sei dieses Gebaren, kritisiert SVP-Grossrat Jean-Pierre Gallati.

Mit Glarners Segen

Nun stellt sich heraus: Die volle Zulage wurde vom Büro des Grossen Rates einstimmig abgesegnet, also auch mit der Stimme von SVP-Fraktionspräsident Andreas Glarner. «So ist es im Protokoll zur entsprechenden Bürositzung vermerkt», bestätigt Glarner. Er kritisiert aber seinerseits öffentlich, mit der vollen Zulage für ein verkürztes Amtsjahr setzten sich die Politiker selber dem Abzocker-Vorwurf aus.

Wirklich erklären kann er sich den Widerspruch auch nicht. Er sei keinesfalls für die volle Entschädigung, habe aber beim Abstimmen in der damaligen Bürositzung (Vreni Fricker und Thierry Burkart waren im Ausstand) offensichtlich einen Fehler gemacht. Er sei sich nicht bewusst, damals für die Entschädigungsregelung gestimmt zu haben, aber wenn es so protokolliert sei, dann werde es wohl stimmen.

Grossrat Gallati: «Zahlungen stoppen»

Wenn sein Fraktionspräsident so gestimmt habe, mute das «schizophren» an, räumt Grossrat Gallati ein. So oder so will er die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Es bestehe nur ein Anspruch des Grossratspräsidiums auf eine Entschädigung für eine Amtsdauer von neun Monaten, mehr dürfe nicht ausbezahlt werden. Als Nächstes will Gallati an Finanzdirektor Roland Brogli gelangen: Die für die Auslösung der Zahlungen zuständige Stelle sei anzuweisen, diese zu stoppen. (mou)

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