Am 22. Februar ist es ein Jahr her, seit Safenwil die wohl grösste Demonstration seiner Geschichte erlebte. Über 600 Personen marschierten mit Transparenten, Fahnen und Fackeln durchs Dorf und demonstrierten friedlich gegen den geplanten Bau eines mehrstöckigen Containerdorfs für rund 90 Asylsuchende. Gegen das aus 75 Wohncontainern bestehende Projekt gingen später 126 Einwendungen ein. Zu viel für das Departement Gesundheit und Soziales (DGS). Es zog sich am 21. Juni offiziell aus dem Projekt zurück. Safenwil atmete auf.

Eine Befreiung ist es aber noch nicht, wie ein Rundgang im Dorf zeigt. «Warum stehen diese Bauprofile immer noch, das beunruhigt mich?», sagt ein Passant. «Wir trauen der Sache nicht, solange diese Stangen weiter in den Himmel ragen», sagt eine Frau, die schon bei der Demo im letzten Jahr dabei war. Ähnlich lautende Voten hört man im ganzen Dorf. «Auch ich werde regelmässig auf die immer noch stehenden Bauprofile angesprochen», sagt Gemeindeammann Daniel Zünd. Rund acht Monate nach dem Rückzug des DGS aus dem Projekt stehen die Bauprofile nämlich immer noch. «Der Gemeinderat hat der Baugesuchstellerin, der Swiss Domizil Rental AG aus Hergiswil, ein Ultimatum gestellt», sagt Safenwils Bauverwalter Markus Bühler. «Bis Ende Februar müssen uns die Verantwortlichen informieren, was sie nun planen.»

«Wir werden antworten», sagt Markus Weber von der Swiss Domizil Rental AG. «Was in diesem Schreiben steht, kann ich Ihnen aber noch nicht sagen.» Das Unternehmen kämpft um die Existenz. «Wir haben vom Kanton noch kein Geld für unsere Leistungen rund um das Projekt in Safenwil erhalten», sagt Weber weiter. Je nach Quelle, die befragt wird, bewegt sich der Betrag zwischen 200 000 und 250 000 Franken.

Kampf auf verschiedenen Ebenen

«Es besteht für den entstandenen Aufwand der Swiss Domizil Rental AG grundsätzlich ein Anspruch auf Abgeltung», sagt Stephan Campi, Generalsekretär des DGS auf Anfrage des «Zofinger Tagblatts». «Uns fehlen aber, trotz mehrfacher Einforderung, detaillierte Zusammenstellungen und entsprechende Belege. Werden uns diese nicht vorgelegt, können wir keine Zahlungen auslösen.» Die Swiss Domizil Rental AG hat nun ihre Anwälte losgeschickt. Diese sollen abklären, wer das Baugesuch zum Stillstand gebracht hat. «Wir haben bis heute nämlich keine einzige der 126 Einwendungen erhalten», sagt Markus Weber. «Man hat uns nur mitgeteilt, dass der Kanton aus dem Projekt aussteigt.»

Für sein Unternehmen sei das Projekt damit aber nicht automatisch «beerdigt», denn schliesslich würden auch die Kosten weiterlaufen. Die Probleme der Swiss Domizil Rental AG interessieren in Safenwil kaum jemanden. «Der Kanton will dieses Projekt nicht und wir auch nicht», sagt einer der 126 Einsprecher gestern vor Ort. Auch Gemeindeammann Daniel Zünd betont: «Wir wären froh, wir könnten endlich einen Schlussstrich unter dieses Dossier ziehen.»