Fachhochschule
Vier von fünf Studenten sind zufrieden - und das soll auch so bleiben

Die interparlamentarische Kommission empfiehlt, den Leistungsauftrag 2018–2020 zu genehmigen.

Jörg Meier
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Der Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Brugg-Windisch

Der Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Brugg-Windisch

SEVERIN BIGLER

Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) soll weiterhin eine qualitativ hochstehende Hochschule sein, die sich stark an den Bedürfnissen von Wirtschaft, Gesellschaft und der Schulen und Studierenden orientiert.

Dies verlangt die interparlamentarische Kommission der FHNW. Die Kommission setzt sich aus jeweils fünf Parlamentsmitgliedern der vier Trägerkan-tone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau und Solothurn zusammen. Präsidiert wird die Kommission von Grossrätin Martina Bernasconi (BS).

Aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels in der Wirtschaft strebt die FHNW an, die Wachstumsrate von Neueintritten bei der Hochschule Architektur, Bau und Geomatik, bei der Hochschule für Technik und Wirtschaft weiterhin auf dem Niveau der letzten Leistungsperiode von 6 bis 9 Prozent zu halten.

Für die Hochschule Life Sciences ist ein Wachstum von jährlich 2 Prozent und für die Pädagogische Hochschule mit der Lehrerausbildung ein solches von 3 Prozent vorgesehen. Der Numerus clausus an den Hochschulen für Gestaltung und Kunst, Soziale Arbeit, Angewandte Psychologie und Musik soll weiter bestehen bleiben.

Schon bald 12 000 Studierende

Die Fachhochschule Nordwestschweiz wächst kontinuierlich weiter. So stieg die Zahl der Studierenden im Jahr 2016 gegenüber 2015 um weitere 6 Prozent und erreichte die neue Höchstzahl von 11 888 Studierenden.

Offensichtlich sind die Studierenden mit der FHNW zufrieden. Eine Befragung aller Bachelor- und Masterstudenten ergab, dass 80,6 Prozent aller Studierenden das Studium an der Fachhochschule positiv bewerteten. Bei der letzten Befragung im Jahre 2013 waren es noch 78,1 Prozent gewesen.

Mit ihrer Strategie 2025 reagiert die Fachhochschule Nordwestschweiz auf gesellschaftliche und hochschulpolitische Herausforderungen wie den digitalen Wandel und die technologische Entwicklung, den Fachkräftemangel in bestehenden und zukünftigen Arbeitsfeldern oder auch die neue Wettbewerbsorientierung bei der Finanzierung der Hochschulen.

Die interparlamentarische Kommission teilt mit, sie begrüsse die Strategie und das Bestreben der FHNW, Antworten auf Fragen zu finden, welche die Gesellschaft beschäftigen. Es sei aber darauf zu achten, dass Leistungsauftragsziele direkt und klar formuliert würden und eindeutig überprüfbar seien. Insgesamt fällt die Beurteilung des Leistungsauftrages durch die Kommission positiv aus. Entsprechend wird den kantonalen Parlamenten denn auch empfohlen, den Leistungsauftrag zu genehmigen und die jeweiligen Kredite zu genehmigen.

Auch die FHNW muss sparen

Doch auch die Fachhochschule muss sparen. Die Trägerbeiträge in der Leistungsperiode 2018–2020 werden trotz ausgewiesenem und anerkanntem Mehrbedarf nicht angehoben. Deshalb hat die FHNW gleich zwei Sparszena-rien erarbeitet.

Dadurch konnte der Finanzierungsbedarf um 6 Millionen auf 677 Millionen Franken pro Jahr reduziert werden. Zudem finanziert die FHNW ihre strategische Entwicklung neu aus ihrem Eigenkapital, was die Kantone um weitere 12 Millionen Franken entlastet.

Bereits 2016 war die Fachhochschule Nordwestschweiz sparsam unterwegs: So gelang es, die durchschnittlichen Kosten pro Studierenden um 2,5 Prozent zu senken und einen Ertragsüberschuss von 6,5 Millionen Franken zu erwirtschaften. Der Grad der Selbstfinanzierung der Fachhochschule Nordwestschweiz überstieg mit 50,4 Prozent erstmals die 50-Prozent-Marke.