2015 war im Aargau ein strenges Jahr mit National- und Ständeratswahlen. Doch schon morgen Dienstag wird wieder gewählt. Das Kantonsparlament wird Marco Hardmeier für ein Jahr zum Grossratspräsidenten küren. Benjamin Giezendanner (SVP) rückt als erster Vize nach. Und FDP-Fraktionschef Bernhard Scholl wird neuer zweiter Vize.

Diese Wahlen im Grossen Rat werden nicht umstritten sein. Ganz im Gegensatz zu den Grossratswahlen vom 23. Oktober 2016. An diesem Super-Wahlsonntag bestimmt der Souverän, welche 140 Grossrätinnen und Grossräte ihn für die nächsten vier Jahre im Kantonsparlament vertreten. Gespannt darf man sein, ob die «Highflyer» der Nationalratswahlen im Aargau – SVP und FDP – ihren Lauf fortsetzen können oder nicht. Die SVP holte bei den Grossratswahlen 2012 32 Prozent, bei den jüngsten Nationalratswahlen 38 Prozent. Spannend ist dies auch, weil SVP und FDP derzeit zusammen 67, mit der EDU (die in der SVP-Fraktion politisiert) gar 69 der 140 Grossratssitze halten. Gewinnen SVP und FDP nur vier Sitze dazu, haben sie im Grossen Rat künftig die Mehrheit.

«Was heisst hier Rechtsrutsch?» Die drei Partei-Vertreter von SVP, CVP und SP waren sich im «TalkTäglich» so gar nicht einig

«Was heisst hier Rechtsrutsch?» Die drei Partei-Vertreter von SVP, CVP und SP waren sich im «TalkTäglich» nach den Wahlen vom 18. Oktober 2015 so gar nicht einig.

Bitter waren die Nationalratswahlen für CVP und SP. Die SP wird seit eineinhalb Jahren vom Duo Elisabeth Burgener und Cédric Wermuth geleitet, die CVP bekommt am 20. Januar einen neuen Präsidenten oder eine neue Präsidentin. Die CVP-Findungskommission führt Befragungen möglicher Kandidaten durch, Namen werden keine bekannt gegeben. Auch die Grünen dürften einen neuen Chef oder eine neue Chefin bekommen. Der neu in den Nationalrat gewählte Präsident Jonas Fricker wird das Präsidium «voraussichtlich im Frühling weitergeben», weil er gegen Doppelmandate ist. Im Moment ist die Findungskommission aktiv. Im Oktober interessiert dann natürlich, ob die «neuen Besen» gut kehren.

Was macht Roland Brogli?

Am 23. Oktober wird auch die Regierung neu gewählt. Aktuell gehören ihr an: Frau Landammann Susanne Hochuli (Grüne), Landstatthalter Stephan Attiger (FDP), Roland Brogli (CVP), Urs Hofmann (SP) und Alex Hürzeler (SVP). Bekannt ist, dass die SVP einen zusätzlichen Kandidaten aufstellen will, der Hochuli aus dem Amt drängen soll. Noch offen ist insbesondere, ob Finanzdirektor Roland Brogli, der am 11. Juni 65 wird, nochmals antritt oder nicht.