Medienpreis Aargau/Solothurn
Vier herausragende journalistische Arbeiten ausgezeichnet

Zum 16. Mal wurde am Montag der Medienpreis Aargau/Solothurn vergeben. az-Fotograf Hanspeter Bärtschi wurde zum zweiten Mal in Folge ausgezeichnet. Die Preissumme von 12000 Franken teilen sich vier Gewinner.

Urs Huber
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Thomas Müller (Präsident des Vereins Medienpreis Aargau/Solothurn) mit den Preisträgern Christophe Gut (TV), Céline Raval (Radio), Sarah Jäggi (Print), Hanspeter Bärtschi (Foto).

Thomas Müller (Präsident des Vereins Medienpreis Aargau/Solothurn) mit den Preisträgern Christophe Gut (TV), Céline Raval (Radio), Sarah Jäggi (Print), Hanspeter Bärtschi (Foto).

Jiri Reiner

«Wer den Drohfinger zeigt, mit den Armen wild fuchtelt und markige Worte braucht, produziert mit seiner Körpersprache Bilder, die sich auf jeder Seite und in jedem Beitrag gut machen.» Absender dieser Botschaft: Regierungsrat und Landammann Peter Gomm. Adressat dieser Botschaft: die versammelte Festgemeinde, der gesellschaftliche Rahmen der 16. Verleihung des Medienpreises Aargau/Solothurn im Stadttheater Olten.

Es blieb eine der wenigen kritischen Randnotizen, wenn auch in homöopathischer Dosis. Denn eigentlich, so präzisierte Gomm in seinem Grusswort, «wäre es unser beider Auftrag, derjenige der Politik und derjenige des politischen Journalismus, im Grunde genommen trotzdem nur, zu arbeiten und zu informieren.» Gomm wandte sich nicht ohne Süffisanz gegen die von den Medien mit inszenierte Dauerempörung, die doch bloss der Abstumpfung Vorschub leiste.

Und weil eben alles nur halb so schlimm ist wie befürchtet und nur halb so gut wie gelobt, meinte er zum Schuss: «Ich wünsche Ihnen in Ihrem oft aufwendigen Job alles Gute, die notwendige Gelassenheit im Umgang mit der Politik und eine schöne Preisverleihung.»

Authentische Eigenleistungen

Und es wurde eine schöne Preisverleihung. Das mag damit zusammenhängen, dass die prämierten Beiträge - wenn überhaupt - nur am Rande mit politischem Journalismus in Verbindung stehen. Aus rund 120 Beiträgen, wie Vereinspräsident Thomas Müller erklärte, machte die Jury unter dem Vorsitz von Peter Schellenberg die Eingaben von zwei Protagonistinnen und zwei Protagonisten zu Siegerarbeiten; Beiträge, die durch ihre Authentizität und Originalität hervorstachen.

• In der Sparte Print hiess die Siegerin Sarah Jäggi. Die damals frei arbeitende Journalistin wurde für ihren Beitrag «Hannah, wir helfen Ihnen» zum Thema «Babyfenster», erschienen in «Die Zeit» (Schweiz) im August 2013, ausgezeichnet. «Eine Arbeit - mit Herzblut gemacht, geprägt durch umfassende Recherche, dramaturgisch gut aufgebaut.» So umschrieb die Vorsitzende der Fachjury Print, Catherine Dettwiler, die Arbeit der in Olten wohnhaften Preisträgerin. Man wünsche sich mehr solche Herzblut-Artikel, so Dettwiler zum Schluss.

• Die Reportage von Hanspeter Bärtschi (AZ Solothurner Zeitung) holte sich in der Kategorie Foto den ersten Preis. Bärtschi hatte sich in seinem Beitrag, erschienen am 4. Dezember 2013, des Themas «Boris Banga wird nach 33 Jahren abgewählt» angenommen. Der Autor sei bei seiner heiklen Arbeit respektvoll geblieben, meinte Nicole Aeby von der Fachjury. Und: «Bärtschis Bilder, einwandfrei produziert, vermitteln Emotionalität, wie sie gute Bilder eben auszulösen vermögen.»

Fotograph Hanspeter Bärtschi wurde für die Serie «Abwahl von Boris Banga» mit dem Medienpreis Aargau/Solothurn ausgezeichnet.
10 Bilder
Banga bereitet sich für das Gespräch mit den Medien vor.
Banga im Gespräch mit den Medien.
Letzte Gemeinderatssitzung von Boris Banga: Banga bei seinem letzten Traktandum.
Letzte Gemeinderatssitzung von Boris Banga: Banga bei seiner Abschiedsrede.
Letzte Gemeinderatssitzung von Boris Banga: Banga nach der Verabschiedung.
Abschiedsapéro von Boris Banga auf dem Marktplatz in Grenchen.
Abschiedsapéro von Boris Banga auf dem Marktplatz Grenchen.
Abschiedsapéro von Boris Banga auf dem Marktplatz Grenchen.
Der Fotograph Hanspeter Bärtschi wurde für seine Serie «Abwahl von Boris Banga» mit dem Medienpreis Aargau/Solothurn ausgezeichnet.

Fotograph Hanspeter Bärtschi wurde für die Serie «Abwahl von Boris Banga» mit dem Medienpreis Aargau/Solothurn ausgezeichnet.

Hanspeter Bärtschi

• Céline Raval (Radio 32) wurde für ihre Hörbeiträge «Leidenschaft Landschaft», gesendet im Oktober 2013, ausgezeichnet. Vinzenz Wyss apostrophierte die fünfteilige Serie - in Anlehnung an den Namen Raval - mit den Begriffen relevant, authentisch, vielfältig, aktuell und lustvoll (gemacht). «Die Beiträge sind Ausdruck einer Eigenleistung, die kein Cliché bedient», so Wyss.

• In der Sparte TV ging der Medienpreis an den Journalisten Christophe Gut. Er hatte mit seinem DOK-Beitrag «Fortsetzung folgt: Simons Weg - Leben mit dem Downsyndrom» die Jury überzeugt. Dabei habe er stets «die Balance zwischen Empathie und kritischer Distanz gefunden», so Fachjuror Toni Zwyssig.

Der Verein Medienpreis Aargau/Solothurn zeichnet jährlich qualitativ herausragende Beiträge im Regionaljournalismus aus. Die Preissumme beträgt total 12 000 Franken. Der Verein wird durch die Medienhäuser des Mittellandes, die SRG AG/SO und die Kantone Aargau und Solothurn getragen.

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