Die Liste des Team65+ von Maximilian Reimann steht. Darauf stellen sich vier Männer und vier Frauen zur Wahl. Sie werden alle doppelt aufgeführt (kumuliert), sodass eine volle 16er-Liste entsteht. Angeführt wird die Liste, die sich als partei- und ideologieunabhängig versteht, von Reimann (bisheriger SVP-Nationalrat, Jahrgang 1942, Gipf-Oberfrick). Mit auf der Liste sind der Wirtschaftsberater Peter Haudenschild (1947, FDP-Einwohnerrat, Brugg), der Unternehmer Robert P. Hilty (1950, Küttigen), Opernsängerin Barbara Buhofer (1961, ehemals FDP-Gemeindeammann, Birrwil), die Therapeutin Susi Schildknecht-Gut (1961, Jonen), die Theologin Claudia Bandixen (1957, Hausen), der diplomierte Wirtschaftsprüfer und Gemeindeammann von Biberstein, Willy Wenger (1957, Bürgerliche Vereinigung Biberstein) sowie die diplomierte Betriebswirtschafterin und Präsidentin Wirtschaftsfrauen Schweiz, Clivia Koch (1957, Würenlos).

Fünf der acht Kandidierenden sind noch nicht im AHV-Alter. Gemeinsam sei aber allen, so das Team65+ zum Ziel, «die Präsenz der älteren Generation in unseren Parlamenten zu gewährleisten». Rund 25 Prozent der Wahlberechtigten seien ja im Rentenalter.

Bisher weniger bekannt ist im Aargau Susi Schildknecht-Gut. Sie war früher SVP-Gemeinderätin in Zürich, trat 2006 aus ihrer Partei aus und gründete die «Partei für Zürich». Damit scheiterte sie 2010 an der 5-Prozent-Hürde. Jetzt will sie es nochmals wissen. Die Anliegen der Senioren und Seniorinnen fänden zu wenig Gehör, sagt sie auf der Homepage von Team65+.

Vielen ein Begriff sein dürfte aber Claudia Bandixen. Sie war Kirchenratspräsidentin der Reformierten Landeskirche Aargau. 2012 wechselte sie als Direktorin zu mission21 in Basel. Die Theologin wird Ende August pensioniert und wurde für die Team65+-Liste angefragt. Zu ihrer Arbeit habe immer Gesellschaftpolitisches gehört, sagt sie. Als Kirchenvertreterin war sie aber nie parteipolitisch tätig, sondern setzte sich ein für Themen wie «Recht auf Leben bis zum Tod», Migrationsfragen u. a. Mit Armut und ihren Gründen hat sie professionell seit Jahren zu tun: «Menschen ab 65 sind eine grosse Bevölkerungsgruppe. Deren Wissen und Erfahrungen immer mehr an den Rand zu drängen oder sie sogar als ‹Schmarotzer› abzutun und ihnen das Entscheidungsrecht abzusprechen, ist katastrophal», meint die Theologin. Viele der über 60- und 70-Jährigen und sogar viele über 80-Jährige seien in einem hohen Mass leistungsfähig. «Ich kämpfe gegen Altersdiskriminierung, die oft sogar Richtung Entmündigung geht.» Jeder mündige Mensch habe das Recht, seine Anliegen selbst zu vertreten und seine Erfahrungen einzubringen.