Die Banknoten gehören zu unserem Alltag. Jeder kennt sie. Je grösser die Zahlen darauf, desto beliebter sind sie. Der kleinsten aller Schweizer Banknoten wird kaum gross Beachtung geschenkt. Schon gar nicht dem Kleingedruckten darauf.

Seit dem 18. Oktober 2017 ist die neue 10-Franken-Note der Schweiz im Umlauf. Es ist erst die Neunte, seit der Einführung von Schweizer Banknoten. Sie ist mit vielen Sicherheitsmerkmalen versehen, damit sie nicht gefälscht werden kann. Wer über gute Augen verfügt und sich vertiefter mit dem Geldschein auseinandersetzt, der entdeckt in einem Sicherheitsstreifen die mikroskopisch klein geschriebene Aufschrift «Murgenthal 4,7 km».

Doch wie kommt die westlichste Gemeinde im Bezirk Zofingen zum Handkuss auf der neuen 10er-Note? Jetzt müssen die Murgenthaler stark sein: Es ist nicht der Ort an sich, der die Gestalter der neuen Note überzeugte, sondern der 4,7 km lange Bahntunnel zwischen Rothrist und Mattstetten.

Elemente aus der Eisenbahnwelt

Die neue 10-Franken-Note veranschaulicht nämlich das Hauptthema «Zeit», schreibt die Schweizerische Nationalbank (SNB) in der Infobroschüre zur neuen Note. Die beiden Hauptmotive sind eine Hand mit Dirigentenstab auf der Vorderseite und ein Uhrwerk auf der Rückseite der Note.

Wie bei der 20-Franken-Note aus der achten Serie gibt es auch bei der neuen 10-Franken-Note Elemente aus der Eisenbahnwelt. Zu sehen sind Skizzen des schweizerischen, des österreichischen und sogar Teile des ungarischen Eisenbahnnetzes. Neben und unterhalb der drei Schienennetze sind die 25 längsten Eisenbahntunnel der Schweiz aufgeführt. Sie sind in absteigender Reihenfolge unter Angabe der genauen Länge aufgeführt. An der Spitze steht der «San Gottardo base» (Gotthard-Basistunnel) mit 57,1 km, am Ende der Liste der «Wasserfluhtunnel» im Kanton St. Gallen mit 3,6 km Länge. Auf «Rang» 21 fungiert der Murgenthaler Bahntunnel. Auf der Liste finden sich unter anderen auch folgende Tunnel aus der näheren Umgebung: Hauenstein-Basistunnel (8,1 km), der Heitersbergtunnel (4,9 km) und der Weissensteintunnel (3,7 km).

Fast 12 Meter Durchmesser

Der Murgenthal-Tunnel ist 4745 Meter lang und doppelspurig. Der 2004 eröffnete Tunnel beginnt östlich der vom Bach «Murg» gebildeten Kantonsgrenze Bern/Aargau und umfährt in einem langgezogenen Bogen die Ortschaft Murgenthal. Die Doppelspurröhre wurde mit derselben Tunnelbohrmaschine ausgebrochen, mit der bereits die beiden Röhren des Bözberg- Autobahntunnels gebohrt wurden. Sie weist einen Schilddurchmesser von 11,98 m und eine Länge von 8,8 m auf. Auf der Neubaustrecke können die Züge bis auf 200 km/h beschleunigen.

Ungeachtet all dieser Informationen ist auch die neue 10-Franken-Note für deren Besitzer letztlich nur eines: ein profanes Zahlungsmittel.