Schutzgebiete

Viele einheimische Arten im Aargau sind vom Aussterben bedroht

Seit 1999 überwacht der Kanton Aargau die Amphibienbestände mittels eines Monitorings.

Seit 1999 überwacht der Kanton Aargau die Amphibienbestände mittels eines Monitorings.

Auswertungen aus dem Kanton Aargau zeigten, dass häufige und mittelhäufige Arten mit mässigen Ansprüchen an ihren Lebensraum von den Biodiversitätsfördermassnahmen der letzten Jahre durchaus profitierten. Für viele seltene Arten mit spezifischen Lebensraumansprüchen sieht es hingegen schlecht aus.

Biodiversität und ökologische Infrastruktur sind nicht gerade die Kernthemen der FDP. Trotzdem interessieren sich die Aargauer Freisinnigen dafür, wie es um die Artenvielfalt im Kanton steht beziehungsweise wie ein weiteres Artensterben verhindert werden kann. Die FDP strebe die Ausscheidung weiterer Schutzgebiete an, hielt Parteipräsident Lukas Pfisterer in seiner Interpellation fest, die er im September im Grossen Rat eingereicht hat. Er wollte vom Regierungsrat unter anderem wissen, mit welchem Flächenbedarf zu rechnen sei, wenn der Biodiversitätsschwund gestoppt werden solle.

Die Regierung teilt Pfisterers Einschätzung zum schleichenden Rückgang der Biodiversität. Berichte des Bundes belegten den «besorgniserregenden Zustand und eine weiterhin kritische Entwicklung der Vielfalt einheimischer Arten und ihrer Lebensräume», heisst es in der Antwort auf den Vorstoss.

Vor allem für seltene Arten sieht es schlecht aus

Auswertungen aus dem Kanton Aargau zeigten zwar, dass häufige und mittelhäufige Arten mit mässigen Ansprüchen an ihren Lebensraum von den Biodiversitätsfördermassnahmen der letzten Jahre durchaus profitiert hätten. Für viele seltene Arten mit spezifischen Lebensraumansprüchen sehe es hingegen schlecht aus. «Sie leiden besonders darunter, dass viele Naturschutzflächen heute zu klein, durch intensive Nutzungen beeinträchtigt und zu wenig gut vernetzt sind», schreibt der Regierungsrat. Werden keine wirksamen Gegenmassnahmen ergriffen, seien viele einheimische Arten in den nächsten Jahren vom Aussterben bedroht.

Der Bedarf an natürlichen und naturnahen Flächen entspreche gemäss den bisherigen Berechnungen 29 Prozent der Kantonsfläche, so die Regierung weiter. Davon müssten 18 Prozent als Kerngebiete und 11 Prozent als Vernetzungsgebiete ausgewiesen werden. Aktuell verfügt der Aargau über Kerngebiete von gut elf und Vernetzungsgebiete von gut sechs Prozent der Kantonsfläche. Die Differenz zu den Berechnungen entspreche aber nicht dem effektiv zusätzlich erforderlichen Flächenbedarf. Knapp die Hälfte des ausgewiesenen Handlungsbedarfs könne bereits über eine Verbesserung der ökologischen Qualität von Flächen erreicht werden, die bereits heute für die Biodiversitätsförderung vorgesehen sind. Damit bliebe ein Flächenbedarf von je rund drei Prozent der Kantonsfläche für Kern- und Vernetzungsgebiete. Laut Regierungsrat ist auch Potenzial vorhanden, um weitere Gebiete zum Schutz und zur Förderung der Biodiversität auszuweisen. Ausserdem hänge es letztlich auch davon ab, wie weit es gelinge, schädliche Verunreinigungen, beispielsweise durch Pestizide, zu reduzieren.

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