Gesundheit

Verzögerung: Das elektronische Patientendossier kommt im Aargau später als geplant

Das elektronische Patientendossier kommt im Aargau später als geplant. (Symbolbild)

Das elektronische Patientendossier kommt im Aargau später als geplant. (Symbolbild)

Die Zertifizierung der Plattform dauert länger – eHealth Aargau muss neu planen.

Im September war die Stammgemeinschaft eHealth Aargau, noch zuversichtlich, dass das Elektronische Patientendossier, kurz EPD, im April zur Verfügung stehen wird. Das Bundesgesetz über das elektronische Patienten- dossier verlangt von Spitälern, Reha-Kliniken und Psychiatrien, dass sie ab diesem Zeitpunkt die behandlungsrelevanten Gesundheitsinformationen und -daten auch im EPD ablegen.

Inzwischen ist klar: Der Zeitplan kann nicht eingehalten werden. «Das erste elektronische Patientendossier wird erst im Sommer und nicht schon im Frühling angeboten werden können», schreibt eHealth Suisse in einer Mitteilung. Die Zertifizierung der Plattformen dauert länger. Mit der Zertifizierung wird sichergestellt, dass der Schutz der Patientinnen und Patienten gewährleistet ist und die Stammgemeinschaften die strengen Voraussetzungen des Gesetzes erfüllen. Erst wenn die Plattform zertifiziert ist, können die Spitäler, Reha-Kliniken und Psychiatrien das elektronische Patientendossier anbieten.

Aber warum verzögert sich die Zertifizierung? Schliesslich ging eHealth Aargau einmal davon aus, dass diese bereits Ende 2019 abgeschlossen ist. «Wir haben im Rahmen der Zertifizierung eine recht grosse Anzahl neuer Kontrollpunkte ohne Vorwarnung zur Erledigung erhalten», sagt Maja Lütschg von der Stammgemeinschaft eHealth Aargau. Sobald eHealth Aargau die Kontrollpunkte erledigt habe, müsse das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG, welches die Zertifizierung durchführt, die Umsetzung noch prüfen. «Die Komplexität ist hoch», sagt Maja Lütschg.

Noch kein neues Datum für die Einführung bekannt

eHealth Aargau sei im Moment daran, eine neue Planung zu erarbeiten. «In einem ersten Schritt heisst das, ein mögliches Abschlussdatum zur Zertifizierung zu definieren und in einem zweiten Schritt das Datum der Einführung zu setzen und dieses zu kommunizieren», sagt Maja Lütschg. Ein Datum nennt sie noch nicht. Sie sagt aber, dass eHealth Aargau bei der Zertifizierung «gut unterwegs» sei und auch die Aargauer Spitäler, Reha-Kliniken und Psychiatrien «sehr gut vorbereitet» seien.

eHealth Suisse geht davon aus, dass bis zum geplanten Einführungstermin vom 15. April mindestens eine der acht Stammgemeinschaften die Zertifizierung abgeschlossen haben dürfte und im Sommer den Betrieb aufnehmen könne. Die anderen Stammgemeinschaften würden bis im Herbst folgen.
Patientinnen und Patienten können selber entscheiden, ob sie ein elektronisches Patientendossier eröffnen möchten.

Entscheidet sich jemand für ein Dossier, heisst es nicht automatisch, dass die Person alle Gesundheitsinformationen wie Röntgenbilder, Arztberichte oder Laborbefunde mit jedem teilt. Ärztinnen und Pfleger können zwar Dokumente hochladen. Die Patientin habe aber die Kontrolle darüber, welche Daten sie mit welchem Arzt teilt.

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