Brand in Zofingen
Versuchte Tötung? Staatsanwaltschaft weitet Ermittlung gegen SVP-Politikerin aus

Die 30-jährige Frau, die Ende August in ihrem Zuhause in Zofingen einen Brand gelegt haben soll, sitzt wohl noch längere Zeit in U-Haft. Gegen sie wird nun auch wegen versuchter Tötung ermittelt. Wollte sie ihrer Familie Schaden zufügen?

Merken
Drucken
Teilen
Hausbrand in Zofingen am 30.08
3 Bilder
Eine 30-jährige Mutter wird verdächtigt, den Brand gelegt zu haben.
Das Haus ist unbewohnbar.

Hausbrand in Zofingen am 30.08

Kapo AG

Am Sonntag steigt in Zofingen die Einwohnerratswahl. Eine Kandidatin der SVP wird sie hinter Gitter mitverfolgen müssen: Die 30-jährige Frau, die verdächtigt wird, am 30. August ihr Haus in Zofingen angezündet zu haben, sitzt wegen des Vorwurfs der Brandstiftung in Untersuchungshaft.

Das ist aber nicht der einzige Grund. Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch wegen versuchter Tötung. Fiona Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, bestätigt das. "Es besteht der dringende Verdacht, dass die Beschuldigte den Brand vorsätzlich gelegt hat und entweder den Tod von Dritten beabsichtigt oder zumindest in Kauf genommen hat", sagt Strebel zum "Blick". Die Staatsanwaltschaft will die Untersuchungshaft auf drei Monate verlängern. Das Zwangsmassnahmengericht muss das bewilligen. Der Entscheid steht noch aus.

Gegen wen sich die Tat hätte richten können, ist unklar. Ihr Mann liegt mit schweren Handverbrennungen im Spital. Die Kinder sind bei Angehörigen. Sie blieben unverletzt, genau wie die mutmassliche Täterin. Sie bestreitet die Tatvorwürfe. Gegen den Mann wird nicht ermittelt.

Die Verdächtige wird am Sonntag trotz Verhaftung wählbar sein. Liege keine Verurteilung vor, werde sie nicht von der Wahl ausgeschlossen, sagte die Zofinger Vize-Stadtschreiberin Catrin Friedli letzte Woche gegenüber "Tele M1". (mwa)