Gemeindefinanzen

Darum geht es Geltwil gut und Mägenwil nicht

Was ist das Erfolgsrezept von Geltwil und warum hat Mägenwil die höchsten Schulden pro Einwohnerin und Einwohner? Dazu nehmen die Gemeindeammänner der beiden Gemeinden jeweils Stellung.

Die untenstehende Hitparade der Gemeindevermögen bzw. -schulden zeigt grosse Unterschiede. Am meisten Vermögen pro Einwohner hatte wie schon im Vorjahr das kleine Attelwil. Dieses fusionierte indes per 1. Januar mit seiner Nachbargemeinde Reitnau. So fragten wir Felix Enzler, Gemeindeammann des zweitplatzierten Geltwil (vgl. Tabelle unten), nach dem Erfolgsgeheimnis seiner Gemeinde: «Eine Patentlösung gibt es nicht», sagt Enzler, dem diese Frage offenkundig schon oft gestellt wurde. Seine Gemeinde steht nämlich beim Vermögen seit Jahren ganz weit vorn. Wenn man so wolle, sei es eine Mischung aus einer überdurchschnittlichen Steuerkraft der Einwohnerinnen und Einwohner, grösstmöglicher Ausgabendisziplin und sehr schlanken Strukturen – in der Gemeindeverwaltung und in der Infrastruktur. Man erstelle Letztere bewusst so, dass sie möglichst wenig Unterhalt benötigt. Doch auch in Geltwil stehen Kosten an. So wurde eben für rund eine Million Franken eine erste Etappe der Dorfstrasse saniert, die nächste Etappe folgt bald.

Mägenwil war Ende 2018 wie schon im Jahr davor die Gemeinde mit den höchsten Schulden pro Einwohnerin und Einwohner. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Die Gemeinde musste in den letzten drei Jahren für eine Schulhauserweiterung und eine Doppelturnhalle 18,6 Millionen Franken investieren. «Wenn man nicht solche Überschüsse erwirtschaften kann, muss man zwangsläufig viel Geld aufnehmen», sagt Gemeindeammann Daniel Pfyl dazu. Man habe aber langfristige Verträge mit sehr tiefen Zinssätzen aushandeln können: «Die Schlussabrechnung fehlt noch. Es zeichnet sich aber klar ab, dass wir den Kredit einhalten können.» Die Budgetierung im Dorf sei nicht einfach, weil die Aktiensteuern von Jahr zu Jahr stark schwanken können. Mägenwil wolle seine Schulden aber langsam wieder abbauen. Allerdings nicht mit einer Neu- beziehungsweise Höherbewertung der Liegenschaften, sondern im operativen Geschäft, wie Pfyl betont. Er ist zuversichtlich, dass dies gelingt, «und zwar ohne Steuererhöhung in den nächsten Jahren». (MKU)

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