Das Bezirksgericht Brugg sollte diese Woche darüber entscheiden, ob der 75-jährige Max (Name geändert) verwahrt werden soll. Obwohl sich der Sexualstraftäter seit über 20 Jahren im Gefängnis oder stationären Massnahmenvollzug befindet, beschäftigt er derzeit auch das Obergericht des Kantons Thurgau.

Ende November 2017 wurde Max vom Bezirksgericht Frauenfeld wegen harter Pornografie erstinstanzlich zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 30 Franken verurteilt. Er hatte insgesamt 37 kinderpornografische Bilder aus dem Internet heruntergeladen und gespeichert, wie die «Thurgauer Zeitung» berichtete.

Max war damals im Forensischen Institut Ostschweiz in Frauenfeld untergebracht. Dort verfügten die Bewohner über Handys ohne Internet und Laptops mit beschränktem Internetzugang. Max lieh sich einen Laptop aus und wurde online fündig. Weil der Laptop alt war, lieh sich Max ein anderes, leistungsfähigeres Gerät aus. Die beiden Laptops machten einen Mitarbeiter des Wohnheims misstrauisch. Er benachrichtigte die Polizei, welche die pornografischen Bilder fand. Seither sitzt Max wieder im Gefängnis Lenzburg.

Das Thurgauer Obergericht hat den Fall im Juli verhandelt. Max forderte einen Freispruch, er sagte beim Prozess, auf den Seiten mit den pornografischen Bildern habe es einen Hinweis gehabt, dass die Darsteller über 18 Jahre als seien. Das Gericht hat noch kein Urteil gefällt. (nla)