Skilager schienen in den letzten Jahren immer weniger auf Begeisterung bei den Jugendlichen zu stossen. Weil die Anmeldungen stetig zurückgingen und die Schulen keine freiwilligen Betreuungspersonen fanden, wurden Skilager von einigen Schulen ganz abgeschafft. Doch jetzt scheint sich eine Kehrtwende abzuzeichnen. Einige Aargauer Schulen berichten gar von einem Ansturm.

«Die Lagerhäuser sind randvoll», schreibt Andreas Baumgartner, Leiter Schneesportlager der Schule Obersiggenthal, in einer Mitteilung. «Obwohl der Elternbeitrag auf 375 Franken erhöht wurde, gab es für das kommende Lager so viele Anmeldungen wie noch nie.» 242 Schülerinnen und Schüler haben sich für die Schneesportwochen angemeldet.

Den Boom führt Baumgartner unter anderem auf die lange Skilager-Tradition in Obersiggenthal zurück: «Diese reicht bis in die 1970er-Jahre zurück. Ausserdem gab es immer Lehrpersonen, die sich für die Leitung zur Verfügung stellten.»

Fünf Lager werden veranstaltet, die Jugendlichen fahren auf die Lenzerheide, nach Davos, Fiesch und Sedrun. Möglich mache das auch der Gemeindebeitrag von 250 Franken, schreibt Baumgartner: «So wird es auch finanziell schwächeren Familien ermöglicht, ihr Kind in eines der Lager zu schicken.» Für Jugendliche könne ein Tor zur einer neuen, faszinierenden Sportart geöffnet werden, so der Lagerleiter.

Raus aus dem Abwärtstrend

Obersiggenthal ist keine Ausnahme, denn auch die Skilager anderer Schulen sind ausgebucht. So fahren die Schülerinnen und Schüler aus Brugg ins ebenso volle Lagerhaus in der Walliser Ortschaft Fiesch und die Kinder aus Frick nach Arosa. Auch hier ist das Schneesportlager ausgebucht.

Die Kreisschule Oberstufe Schenkenbergertal in Schinznach-Dorf konnte aus einem stetigen Abwärtstrend ausbrechen. 103 Anmeldungen seien eingegangen, man musste zwei Lagerhäuser mieten. Zum Vergleich: 2016 haben sich bloss 63 Jugendliche angemeldet.

Die Schule Menziken organisiert gleich drei Skilager, zwei in Adelboden und eines in Grächen. Hier übernimmt die Gemeinde überdurchschnittlich viele Kosten: 365 Franken pro Kind, die Eltern steuern 340 Franken bei. Auch Remi Bürgi, Geschäftsleiter der Schule Aarau, freut sich über die neu aufflammende Beliebtheit an Schnee, Ski und Snowboard: «Wir werden insgesamt sechs Schneesportlager durchführen. Alles ist ausgebucht!»